Industriekultur - Fabriken Seegrenzschlachthof Lübeck

1883 beschloss die Lübecker Bürgerschaft den Bau eines neuzeitlichen Schlachthofes: Seitdem wurde die Anlage mehrfach ausgebaut und modernisiert.

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Seit 2006 ist der Lübecker Schlachthof geschlossen und es wird über den Umgang mit dem komplexen Baudenkmal gestritten. Die Lage zwischen Stadthafen, dem Stadtteil St. Lorenz und dem ehemaligen Werk der Lübecker Maschinenbaugesellschaft macht es attraktiv. Zudem ist es der letzte in Deutschland noch erhaltene Seegrenzschlachthof. Hier kam das aus Skandinavien per Schiff angelandete Vieh erst in Quarantäne, bevor es auf einer aus Brücken und Einschnitten bestehenden Trift zur Schlachtung getrieben wurde. So konnte das importierte nicht mit dem einheimischen Vieh in Berührung kommen.

Mit diesem Betrieb in der Schwartauer Allee 76/78 war in Lübeck 1928/29 ein zweiter Schlachthof entstanden. Gleichzeitig wurden die übrigen Anlagen modernisiert. 1884 hatte die Stadt daneben ihren ersten neuzeitlichen Schlachthof in Betrieb genommen, von dem der Großviehstall (Nummer 66) erhalten blieb. Unter der Hausnummer 84a findet sich die 1925/26 erbaute Zuchtviehauktionshalle und in der Bahnstraße 2 der Viehhof mit Großmarkthalle für Schlachtvieh von 1935. Schließlich lassen sich Relikte der 1895/1912 erbauten Quarantänestation sowie der Viehhof-Kai am Wallhafen ausmachen.

Ort: Schwartauer Allee 66 bis 84, Bahnweg 2, Einsiedelstraße 6, 23554 Lübeck

Kontakt:

Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Johannes Schindler

Rohrsängerweg 4

23562 Lübeck

Tel. 04 51 / 59 31 12

Kurzprofil:
Typ: Schlachthof mit Nebenanlagen und Viehmärkten

Baujahr: 1884 bis 1935

Stilllegung Schlachthof: 2006

Produktion: Rind-, Schweine- und Pferdefleisch