Industriekultur -Schleusen Allerschleuse Hademstorf

Die Staustufe in Hademstorf an der Aller bietet eine – ungewöhnlich große – Schleuse für Schleppzüge sowie eine Kombination aus Schützenwehr und seltenem Nadelwehr.

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Ende des 19. Jahrhunderts setzte das Fernverkehrsmittel Eisenbahn dem einst regen Verkehr auf der Aller zu. Doch mit dem Aufblühen der Erdöl- und der Kaliförderung nordwestlich von Celle erwachte die Schifffahrt um 1900 zu neuem Leben, und der Fluss wurde ausgebaut: Zwischen 1909 und 1916 entstanden in der Unteren Aller zwischen Celle und der Mündung der Leine vier Staustufen, um bei Niedrigwasser eine Mindesttiefe von 1,30 Meter zu erreichen. Doch die Investition zahlte sich nicht aus, auch weil die bis 1905 parallel dazu in Betrieb genommene Allertalbahn Fracht abzog. Die 1912 auf dem Fluss transportierte Frachtmenge von 125.306 Tonnen wurde nie wieder erreicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich erst allmählich wieder Güterverkehr auf der Aller, der 1969 eingestellt wurde.

Von den vier Staustufen blieb nur die in der Nähe der Leinemündung, in Hademstorf, original erhalten. Die Schleuse war groß genug, um einen Schleppdampfer und zwei bis drei Kähne aufnehmen zu können. Das Wehr ist eine Kombination aus flexibel einsetzbarem Rollschütz und einem inzwischen seltenen Nadelwehr, bei dem mehr als 300 nebeneinander gesetzte Holzstangen (Nadeln) das Wasser stauen.

Ort: An der Schleuse, 29693 Hademstorf

Informationen und Kontakt:
http://www.wsa-verden.wsv.de
http://www.wsv.de/wsa-ver/wasserstrassen/aller
http://www.aller-leine-tal-navigator.de

Kurzprofil:
Typ: Staustufe mit Kammerschleuse (Stemmtore) sowie Nadel- und Schützenwehr
Gewässer: Aller
Baujahr: 1914–1916
Nutzgröße der Schleuse: 159 Meter lang, 10 Meter breit
Stauhöhe: 2,56 Meter
Wehrlänge: 10,00 Meter (zwei Felder mit Rollschützen) und 31,50 Meter (Nadelwehr)