Industriekultur - Wassermühlen Wassermühle Ovelgönne

Raum ist in der kleinsten Hütte: Die Wassermühle Ovelgönne in Buxtehude ist ein eindrucksvolles Beispiel für beengte Wohnverhältnisse während der Frühindustrialisierung. 

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Die Wassermühle Ovelgönne in Buxtehude ist ein eindrucksvolles Beispiel für beengte Wohnverhältnisse während der Frühindustrialisierung. Der 1674 vom Meister Detlef Schwar errichtete Bau bot 73,50 Quadratmeter Fläche; die Wohnung mit drei Kammern aber hatte nur 13,50 Quadratmeter! Getriebekeller, Mahlboden und Lager des Müllers hatten Priorität. Erst um 1800 wurde das Fachwerkhaus um etwa zwei Meter auf seine heutigen Maße verlängert. Damit verdoppelte sich die Wohnfläche. Und um 1850 konnte dank eines Schornsteins auch das offene Herdfeuer verschwinden. Der Mühlenpächter Schwar betrieb noch Mühlen in Moisburg und Harburg, seine Müller aber dürften nur ein sehr einfaches Leben geführt haben.

1872 übernahm der benachbarte Bauer Heinrich Peters die Ovelgönner Mühle, nutzte sie selbst zum Schroten von Getreide, Dreschen und Sägen. Er reichte sie mit dem Hof an die Erben weiter. 1936 legte ein Nachfahre von Peters die Mühle still: Seine halbwüchsige Tochter war in den Antrieb geraten und so getötet worden. Fortan wurde das Haus als Wohnung genutzt, ehe die Stadt das Objekt 1984 übernahm. Bis 1986 wurde die Mühle saniert und wird seitdem als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Ort: Hemberg 7, 21614 Buxtehude-Ovelgönne

Informationen:

http://www.wassermuehle-ovelgoenne.de

Kontakt:

Verein Ovelgönner Wassermühle e.V.

1. Vorsitzende Ilse Römmich

Apensener Straße 100 c

21614 Buxtehude

Tel. 0 41 61 / 8 59 92

Kurzprofil:
Typ: Wassermühle mit oberschlächtigem Wasserrad
Baujahre: 1674, um 1800 erweitert, mehrfache leichte Umbauten
Stilllegung: 1936
Produktion: Getreidevermahlung, Antrieb für Dreschmaschine und Säge