Blaues Metropolnetz – Otterschutz Metropolregion Hamburg

Ziel des Leitprojekts ist die Ausweisung von großräumigen Gewässerkorridoren und ihre ökologische und touristische Aufwertung, um die Populationen des Fischotters in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Dänemark sowie der Einzelvorkommen in Schleswig-Holstein wieder miteinander zu vernetzen. Gleichzeitig werden damit für den Menschen neue Naturerlebnisräume geschaffen.

Das Blaue Metropolnetz – Lebensader für Mensch und Natur

Ein zweiter Aspekt ist der Klimawandel, der durch stärkere klimatische Schwankungen für die Tier- und Pflanzenwelt ein weiterer Stressfaktor  darstellt. Migrationsbewegungen sind für die Tier- und Pflanzenwelt dann eine wichtige Voraussetzung für das Überleben der Populationen. Biotopverbundkorridore bilden für diese Bewegungen die Grundlage.

Das Blaue Metropolnetz – Lebensader für Mensch und Natur

Der Fischotter, der früher in Europa flächendeckend vertreten war, wurde aufgrund der Einschränkung seines Lebensraums und der Bejagung auf isolierte Populationen zurückgedrängt. Mit der Verbesserung der Wasserqualität und damit des Nahrungsangebotes sowie der Einstellung der Bejagung findet eine langsame Rückbesiedlung durch den Fischotter statt. Um die Ausbreitung zu unterstützen, muss die ökologische Entwicklung von Gewässersystemen gefördert werden.

In der ersten Projektphase wurde ein länderübergreifendes Netz von Gewässerkorridoren entwickelt und ausgewiesen. In der zweiten Projektphase seit 2007 werden innerhalb dieser Korridore modellhaft Projekte zur Gewässerentwicklung in einzelnen  Abschnitten der Niederungssysteme umgesetzt. So entstehen schrittweise „blauen Achsen“ als Lebensraum für den Fischotter und zugleich als Erlebensraum für Erholungssuchende und Touristen.

Die Teilprojekte werden in einer länderübergreifend besetzten Unterarbeitsgruppe abgestimmt. Das Gesamtprojekt wird durch die Aktion Fischotterschutz koordiniert.

In Schleswig-Holstein wurden Maßnahmen an der Norderbeste umgesetzt. Uferrandstreifen wurden gesichert und Ufergehölze gepflanzt. Auch an der Pinnau wurden Auenlebensräume reaktiviert. An der Luhe in Niedersachsen wurden Uferstreifen unter Straßenbrücken angelegt, damit der Fischotter gefahrlos die Straßen unterqueren kann, es wurde ein Erlebnispunkte an der Luhe eingerichtet, an denen wissenswertes über den Lebensraum und den Fischotter erfahren werden kann. Es wurden Flächen gesichert und Flutmulden an Nebengewässern der Luhe eingerichtet und an einem begradigten Abschnitt der Luhe eine naturnahes Parallelgerinne auf eine Länge von 600 m angelegt. Dort ist ein sich selbst überlassener Gewässer- und Auenraum mit feuchten Mulden entstanden. Inzwischen hat auch der Fischotter diesen Raum für sich erschlossen. Die obere Abzweigung ist mit einem querliegenden Baumstamm abgesperrt, sodass der Kanuverkehr über den begradigten Luhelauf erfolgt. Für die Ilmenau in Niedersachsen sind Unterrichtseinheiten zum Thema Fließgewässer und Fischotter mit Kindergärten und Schulklassen erstellt worden und alte Altarme der Ilmenau wieder reaktiviert werden. Als kleine Sensation konnte der Nachweis von Spuren des scheuen Fischotters im Norden der Hansestadt Hamburg an der Alster gewertet werden. Inzwischen kann man ihn dort regelmäßig nachweisen. Auch hier werden Maßnahmen am Gewässer umgesetzt. Umweltbildungsangebote in Form von GPS-Umweltbildungsrallyes wurden entwickelt und mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Schritt für Schritt erfolgt die Entwicklung der Gewässer als Erlebnisräume für Natur und Mensch.

vergrößern Logo der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2016 Logo der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2016 (Bild: UN-Dekade) Das Projekt wurde für seinen  beispielhaften Ansatz, bei dem viele Partner mit ins „Boot“ geholt wurden und die erfolgreiche Umsetzung des länderübergreifenden Korridornetzes als einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt liefert ausgezeichnet.  Für 2 Jahre darf das Projekt der Aktion Fischotterschutz jetzt den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ tragen.

 

 Das Blaue Metropolnetz wird durch die Förderfonds Hamburg,- Schleswig-Holstein und  Hamburg-Niedersachsen, die DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Hanseatische Natur- und Umweltinitiative und die Umweltlotterie Bingo gefördert und finanziert.


Projektkoordination:

 Karsten Borggräfe
Aktion Fischotterschutz e.V.
Tel.: 05832-980812
k.borggräfe@otterzentrum.de

Webseite des Projektes