Verkehr Pendeln und Erreichbarkeit unter der Lupe

Aufbau eines regionsweiten Erreichbarkeitenmodells zur transparenten Visualisierung von unterschiedlichen Mobilitätsqualitäten - das ist das Ziel des Leitprojektes "Regionale Erreichbarkeitsanalysen". 

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Pendeln und Erreichbarkeit unter der Lupe

Ist das nächste Ärztehaus mit dem Bus erreichbar? Wie gut kommen die Kinder zu Schule? Eine regionsübergreifende, gute Anbindung wichtiger Infrastruktur trägt zur Erreichbarkeit und Attraktivität einer Region bei. In einem auf drei Jahre angelegten Projekt wird die TU Hamburg-Harburg für die Metropolregion Hamburg einen „Erreichbarkeitsatlas“ erstellen, der regionsweit die Qualität von Verkehrsverbindungen transparent machen wird.

Was ist Erreichbarkeit?
Im Mobilitätsbereich wird Erreichbarkeit als die Gesamtheit der von Personen zu überwindenden Widerstände bei der Realisierung von Ortsveränderungen beschrieben. Diese Ortsveränderungen werden durchgeführt, um bestimmten Aktivitäten nachzugehen: zum Arbeitsplatz fährt man um zu arbeiten, die Schule wird besucht um sich zu bilden, zum Einkaufen sucht man den Einzelhandel auf. Ohne ein detailliertes Wissen über die Lage solcher Ziele relativ zum Ausgangspunkt der jeweiligen Ortsveränderung (sehr oft ist das der Wohnort) sind Erreichbarkeitsberechnungen nicht durchführbar.

Doch auch wenn die Lage von Arbeitsplätzen, Einkaufsgelegenheiten und Freizeiteinrichtungen bekannt ist, sagt dies noch nichts über deren tatsächliche Erreichbarkeit aus. Die zu überwindenden Widerstände hängen davon ab, ob und wie die einzelnen Orte miteinander verbunden sind. Für diese Verbindungen sorgt das Verkehrsnetz. Das Verkehrsnetz bestimmt die benötigte Reisezeit, die Anzahl notwendiger Umsteigevorgänge und die Höhe der anfallenden Kosten* .

Ziele
Dieses Leitprojekt soll Strukturen etablieren, die regionale und kommunale Planung unterstützen denn eine langfristige und zukunftsfähige Strategiefindung ist ohne überregionale und integrierte Betrachtungen nicht möglich. Eine integrierte Betrachtung meint hier die konzeptionelle Verknüpfung von Verkehrssystemen, Raumausstattungen und Bevölkerungsinteressen. Erreichbarkeitsanalysen sind ein geeignetes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung. Durch die bereitgestellten Kartenwerke und Analysen soll die Transparenz von Planungsoptionen und –entscheidungen für die Bevölkerung weiter erhöht werden.

Die aufzubauende Datenbasis kann als regionsweit verfügbare Informationsquelle in unterschiedlichen Planungskontexten verwendet werden. Sie soll die Beschaffenheit der Räume verständlich machen und gesamtregionale Verflechtungen darstellen. Der Erreichbarkeitsatlas wird einen Überblick geben, mit welchen Verkehrsmitteln wichtige Ziele wie Schulen, Bahnhöfe, Krankenhäuser, Arbeitsplätze, Einkaufsläden, Freizeiteinrichtungen und Behörden erreichbar sind und welche Reisezeiten dabei entstehen. Der Fuß- und Radverkehr, Park- sowie Bike und Ride-Anlagen werden dabei ebenso berücksichtigt wie entstehende Mobilitätskosten.

Die Analysen sollen aber nicht nur den status quo beschreiben, sie sind für die Planung auch deswegen wertvoll, da sich mit ihrer Hilfe Planungsvarianten und Szenarien „durchspielen“ lassen, um politische Entscheidungen und Prioritätensetzungen zu erleichtern. So werden die Ergebnisse Hilfestellungen für neue Nahverkehrspläne und Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen geben. Potenziale von sowohl Park- als auch Bike-and-Ride Anlagen können einfacher erkannt und Standortentscheidungen für Neubau- oder Gewerbegebiete leichter getroffen werden.

vergrößern Regionale Erreichbarkeitsanalysen Abbildung Projektstruktur (Bild: TUHH) Im Dachprojekt wird die für alle weiteren Arbeiten notwendige Datenbasis aufgebaut und unterhalten. In diesem Teil werden außerdem die Erreichbarkeitsanalysen durchgeführt und der Erreichbarkeitsatlas erstellt.

Fünf weitere Teilprojekte werden auf den Produkten des Dachprojektes aufbauen: