Mobilität im ländlichen Raum Stärkung der Mobilität auf dem Lande

Förderung flexibler und alternativer Bedienformen im Öffentlichen Personennahverkehr - das ist das Ziel des Leitprojektes "Flexible Bedienformen - von der Analyse zur Umsetzung"

Verkehr, Mobilität, Flexible Bedienformen, ÖPNV

Der Öffentliche Nahverkehr leistet einen wichtigen Beitrag zur Anbindung ländlicher Räume in der Metropolregion Hamburg. Dabei stellt sich die Frage, wie das ÖPNV-Angebot in dünn besiedelten Teilräumen erhalten und weiterentwickelt werden kann, um die Vernetzung von Metropole und Umland zu verbessern und zugleich eine angemessene Mobilität, Versorgungs- und Lebensqualität in der Metropolregion Hamburg dauerhaft zu gewährleisten.

In manchen der ländlichen Teilräume der Metropolregion Hamburg ist eine Reduzierung des Fahrgastaufkommens zu erwarten, durch sinkende Schülerzahlen und in Teilen rückläufige Bevölkerungszahlen; auf der anderen Seite steigen die Anforderungen an den ÖPNV: z.B. Älter werdende Fahrgäste, die Vorgabe der Barrierefreiheit des Nahverkehrsangebots und flexibler werdende Schul- und Arbeitszeiten. Insgesamt ist erkennbar, dass sich die Angebotsgestaltung im ÖPNV zunehmend von einer angebotsorientierten zu einer nachfrageorientierten Planung entwickelt.

Eine in der Praxis bewährte Antwort auf die genannten Herausforderungen bieten die so genannten „flexiblen Bedienformen“, also z.B. Anrufsammeltaxis oder Anrufbusse, als Bestandteil des ÖPNV. Anders als bei regulären Linienangeboten finden Fahrten hier nur dann statt, wenn sich ein Fahrgast vorher – in der Regel telefonisch – angemeldet hat. Dieses Modell spart Kosten und erlaubt eine bedarfsorientierte Bedienung, z.T. sogar bis vor die Haustür. In Teilen können auch alternative, ehrenamtlich getragene Mobilitätsangebote, wie z.B. Bürgerbusse, in flexible Bediensysteme oder den taktgebundenen ÖPNV integriert werden.

Ziel des regionsweiten Leitprojekts "Flexible Bedienformen - von der Analyse zur Umsetzung" ist es, die Einführung und Weiterentwicklung flexibler wie alternativer Bedienformen in der Metropolregion Hamburg zu fördern. Wesentliche Projektbausteine sind dabei:

  • eine regionsweite Bestandsanalyse flexibler Bedienformen
  • Entwicklung eines Werkzeugkastens mit Empfehlungen zu rechtlichen, organisatorischen und technischen Fragestellungen
  • Schaffung zusätzlicher Beratungskapazitäten für die kommunalen Träger des ÖPNV

Denn Einführung und Weiterentwicklung eines bedarfsorientierten, flexiblen ÖPNV-Angebots erfordern eine sorgfältige Planung und gute Lösungen u.a. für die Beauskunftung, Disposition  und Abrechnung der Fahrten. Hierbei kann z.T. auch auf die Potenziale der neuen Informations- und Kommunikationsmedien, beispielsweise den Einsatz von Tablets in Fahrzeugen oder Smartphones/mobilen Endgeräten zur Fahrtenbestellung – zurückgegriffen werden. Wichtige Vorausset-zungen für den erfolgreichen Betrieb von flexiblen Bedienformen sind darüber hinaus geeignete Fahrzeuge, etwa von Partnerbetrieben aus dem Taxi- oder Mietwagengewerbe, und eine gute Information über die vorhandenen Angebote.

Dabei ist ein Rahmen für die Gestaltung und Vermarktung der bedarfsgerechten Verkehre als einheitliche, für den Kunden eindeutig erkennbare Produkte in der Metropolregion Hamburg zu erarbeiten, der in der Lage ist, bereits vorhandene und neu zu schaffende Systeme in ihrer Individualität zu integrieren.

Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Anfang 2015 bis Ende 2017.