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Dokumentation der Fachtagung: "Natur als Abenteuer - GPS unterstützte Bildungsangebote"

der Fach-AG Naturhaushalt der Metropolregion Hamburg in Zusammenarbeit mit der Aktion Fischotterschutz e.V. und GEO°BOUND Hamburg am 22. April in Wedel

Anlass für die Fachtagung waren die unterschiedlichen Bildungsangebote die u.a. in dem Leitprojekt der Metropolregion „Das Blaue Metropolnetz“ entwickelt und umgesetzt werden. Dabei rücken die GPS unterstützten Bildungsangebote sowohl im Naturschutz als auch touristische Bereich zunehmen in den Focus. Welchen Beitrag können solche Angebote z.B. für die Nachhaltige Bildung liefern? Mit Experten und anhand konkreter Projekte sollte übe die Chancen und Grenzen diskutiert werden. Die starke Nachfrage zur Tagung zeigte, dass hier ein brandaktuelles Thema getroffen wurde.

 

GPS-Ralley Fischotterschutz

(Blaues Metropolnetz)

 Gesellschaftliche Prozesse und Umbrüche führen zu einer veränderten Wahrnehmung und einem veränderten Umgang auch mit der Natur. Wilfried Ferchhoff zeigte sehr deutlich, dass sich Lernmuster und –verhältnisse z.T. umgekehrt haben (Eltern lernen von Kindern). Die Wahrnehmung, die Kommunikation und die sozialen Netzwerke haben sich vor allem in den individualitätsbezogenen Jugendkulturen deutlich verändert. Diese Gruppen durch klassische Methoden der Umweltbildung anzusprechen bereitet uns zunehmend Schwierigkeiten. Ein erster lösungsgerichteter Ansatz dazu ist, diese Veränderungen zu erkennen und darauf aufbauend neue oder modifizierte und angepasste Bildungsangebote zu entwickeln.

Durch die Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen Menschen für Umweltzusammenhänge vor der eigenen Haustür sensibilisiert und Handlungs– und Gestaltungskompetenzen vermittelt werden um hier auch auf eine an einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichteten gesellschaftlichen Entwicklung mitzuwirken.

In urbanen Räumen können naturnah gestaltete Parks und grüne Korridore Raum für gut erreichbare Umweltbildungsrouten bieten. Klaus Lieberknecht wies daher auch auf den Chancen des Regionalparks „Wedeler Au“ bei Wedel für die Umweltbildung hin. Es könnte eine „Verpflichtung“ für solche naturgeprägten Freiräume sein, die Menschen gezielt und gelenkt an die Natur heranzuführen. Eine Möglichkeit dafür können GPS-Bildungsrouten darstellen. Oliver Krooß stellte den hohen Aufforderungscharakter, den gut inszenierte GPS-Bildungsrouten innerhalb eines erlebnispädagogischen settings bieten. Die Wissensvermittlung kann so zu einer spannenden Erfahrung werden und spricht dabei nicht nur Kinder und Jugendliche an. Solche Routen können Wissen spannend vermitteln und sowohl Sozialkompetenz als auch den bewegungsorientierten Lernansatz fördern. Jürgen Forkel-Schubert wies aber darauf hin, dass es auch Grenzen für diese Form der Umweltbildung gibt. Dies wurde auch sehr intensiv im Forum diskutiert. Die Erwartungshaltung in GPS unterstützte Bildungsrouten sollte dabei nicht zu hoch geschraubt werden. Die Technik darf dabei nicht im Vordergrund stehen.

Nicht allein der Einsatz der Technik macht aus einer "Schnitzeljagd" oder Abenteuerrallye ein gutes pädagogisches Angebot. Karsten Borggräfe stellt den Ansatz "Otterrallye—Natur als Abenteuer" als ein Beispiel für GPS-Bildungsrouten an der Alster vor. Hier muss die Gruppe, aufgeteilt in zwei Teams, an insgesamt 7 Stationen spannende Aufgaben lösen. Z.B. Spuren von Tieren an der Alster müssen erkannt und zugeordnet werden und die Fließgeschwindigkeit der Alster bestimmt werden. Informationen über Lebensraum und die Bewohner werden vermittelt und das erworbene oder „erspielte“ Wissen muss in einem abschließenden Quiz richtig eingesetzt werden um zur abschließenden Station zu gelangen. Spannung, Spaß und Interaktion innerhalb des Teams, aber auch zwischen den beiden Teams, sind ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Frank Corleis stellte das Konzept Navi-Natur, eine von Schülern entwickelte Bildungsroute, vor. Die einzelnen Stationen (POI = Point of Interest) werden von den Schülern in Teamarbeit entwickelt. Bei der Recherche dazu müssen sie sich mit unterschiedlichen ökologischen, sozialen und ökonomischen Themen beschäftigen und erlangen bei der Aufbereitung für die Bildungsroute zusätzliche Medienkompetenz.

Der "Naturscout" im Duvenstedter Brook (Hamburg) wurde von Tobias Hinsch vorgestellt. Der interaktive GPS gestützte Naturführer bietet zu 20 POI im Gebiet Informationen bis zu kleinen Videoclips an. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde die Nutzung analysiert. Überraschendes Ergebnis war, dass dieses Angebot von Jugendlichen fast nicht wahrgenommen wurde. Der Naturscout wird eher von älteren Nutzern oder Kindern und primär als Wegweiser im Gebiet genutzt. Die positive Bewertung durch die Nutzer zeigt, dass ein solcher GPS Scout eine interessante Ergänzung zu anderen Bildungsansätzen darstellen kann. Christian Seitz zeigte einen Überblick über die unterschiedlichen Ansätze des Geocachings als Ansatz der inszenierten Bildungsangebote an der Schnittstelle der Erlebnis- mit der Medienpädagogik.

Henning Schwarze (nicht als Beitrag in der Dokumentation enthalten) stellte unterschiedliche GPS-Routen, mit einem hohen Touristischen Hintergrund aus dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge zur Diskussion. Der Ansatz von Christine Bargstedt und Thilo Smuszkiewicz mit dem Projekt "Dortmund sucht das Super Ei" kommt nicht aus dem Naturschutz oder Tourismus, sondern zielt auf Sozial– und Planungskompetenz, ist also sozialpädagogisch ausgerichtet und hat Mobilität, Kooperation und Demokratieerziehung im Fokus. Kinder und Jugendliche entwickeln eine GPS Rallye, bei der sie ihren eigenen Stadtteil jeweils anderen Gruppen aus anderen Stadtteilen vorstellen. Die Beiträge und Diskussionen zeigten, dass derzeit ein sehr breites Spektrum an GPS unterstützten Bildungs–, Abenteuer– und Tourismusrouten entsteht und eine sehr hohe Nachfrage und Erwartungshaltung daran geknüpft ist. Dies konnte auf dieser Tagung deutlich bestätigt werden. Die Ansätze und Zielsetzungen sind in den einzelnen Projekten sehr unterschiedlich. Bei vielen Projekten geht es darum Wissen spielerisch und spannend zu vermitteln. In einem zweiten Ansatz werden die GPS Geräte primär als Orientierungshilfe und Informationsträger eingesetzt.

Bildungsarbeit, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, muss in der Regel subventioniert bzw. re- oder cofinanziert werden. Daher stellte Anke Steinbach abschließend Möglichkeiten der Finanzierung von Bildungsarbeit vor. Zunehmen beschäftigen sich Unternehmen mit ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft (CSR, Corporate Social Responsibility).

Die vorgestellten Projekte und Konzepte zeigen, dass die GPS Bildungsrouten einen interessanten Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung liefern können. GPS Bildungsrouten können unterrichtsergänzend eingesetzt werden oder auch eine wichtige Unterstützung für einen Erlebnisorientierten Tourismus bieten. Deutlich wurde jedoch auch, dass die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden sollten und die Technik zu nur als unterstützende Technik gesehen werden sollte. GPS-Bildungsrouten können somit eine weitere interessante Ergänzung im Bildungsbereich darstellen und eine Lenkung und interessante Gestaltung für touristische Angebote bieten. Wie bei allen neuen Angeboten währe eine Evaluierung der Angebote und deren Wirkung auf die Zielgruppen ein wichtiger Beitrag für die Weiterentwicklung der Konzepte.

Die Fachtagung wurde als "green event" geplant. Bei der Verpflegung wurde auf regionale Herkunft, fair gehandelte Produkte und/oder aus biologischem Anbau geachtet. Die Namensschilder werden mehrfach verwendet und die Anreise der Teilnehmer wurde abgefragt. Dabei ergab sich folgender CO2 Fußabdruck: Die Emissionen betrugen 0,6 t . Wir danken den Teilnehmern die mit ÖPNV (37%), dem Fahrrad (3%) oder der Bahn (2 %) angereist sind und somit dazu beigetragen haben, den CO2 Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Dokumentation der Fachtagung herunterladen

 

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