Presseinformation Landschaften von Weltrang

UNESCO-Biosphärenreservate in der Metropolregion Hamburg

Weltweit gibt es gut 500 UNESCO Biosphärenreservate, 15 davon in Deutschland. Mit knapp 10.800 m2 liegt mehr als die Hälfte der Fläche zwischen Nordsee, Elbe und der Schaalsee-Region in der Met­ropolregion Hamburg. Mit einer Fachtagung regt sie nun mehr Zusammenarbeit an.

Landschaften von Weltrang

Die Biosphärenreservate in der Metropolregion Hamburg sind beliebte Urlaubs- und Naherholungsziele, wegen ihrer niedrigen Umweltbelastung und reizvollen Landschaft geschätzt. Zusätzlich werden sie als Kulturlandschaften wirtschaftlich genutzt. Sie liegen in ländlichen Räumen und brauchen Zukunftskon­zepte für den demographischen Wandel.

So unterschiedlich das Wattenmeer, die Flusslandschaft Elbe und die Schaalsee-Region sind, eint sie doch ihr Artenreichtum und die Vielfalt ihrer Biotope. Noch etwas haben diese Landschaften gemeinsam: Hier werden Wege gesucht, den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben, ohne die Natur- und Kul­turlandschaften zu zerstören.

So appellierte Frau Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, in ihrem Vortag: „Ich bitte Sie, mit Ihrem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung nicht nachzulas­sen. Erkennen Sie die großen Chancen, die nachhaltige Entwicklung auch künftig für Ihre Region bietet. Nehmen Sie die UNESCO-Anerkennung als Chance, aber auch als Verpflichtung wahr, ihren Beitrag zur Erreichung der Agenda 2030 zu leisten.“

Biosphärenreservate sind Regionen, in denen nicht nur die Natur bewahrt wird, sondern auch wirtschaft­liche, soziale und kulturelle Ziele verfolgt werden. Sie sollen sich weiter entwickeln und an die moderne Arbeitswelt anpassen. In der Metropolregion Hamburg gibt es besonders im Ländlichen erhebliche Her­ausforderungen wie Abwanderung und die Versorgung der Bevölkerung mit Bildung, Nahverkehrs- und Kulturangeboten. Aber es gibt auch Potenziale, die es zu nutzen gilt. Wertvolle Landschaften wie das Wattenmeer, die Flusslandschaft Elbe und die Schaalsee-Region gehören zu wichtigen Potenzialen der Peripherie, aber auch der Region insgesamt. Sie bereichern durch eine hohe Lebensqualität und sind ein wichtiger Standortfaktor für die hier lebenden 5,3 Millionen Menschen.

Ihre Vermarktung sowie die Weiterentwicklung und gleichzeitiger Erhalt von Natur und Landschaft sind wichtige Aufgaben für die Zukunft. Dies soll sich nicht auf die touristische Nutzung und Vermarktung beschränken. Ein weiterer Schritt ist es, der ansässigen Bevölkerung Perspektiven zu bieten, und eine ausgewogene, regionale Entwicklung zu ermöglichen.

Dazu Dr. Christian Frenzel, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender des Regionsrats der Metropolregion Hamburg in seinem Grußwort: „Die Biosphärenreservate können ein wichtiges Instrument dazu sein, die unterschiedlichen Belange, die im ländlichen Raum aufeinander sto­ßen, in Einklang zu bringen: die wirtschaftlichen Interessen der dort lebenden Menschen, ihr Bedürfnis nach Erholung, die Chancen, die sich aus einem verträglichen Tourismus ergeben, aber eben auch der Schutz von Natur und Umwelt.“

Hintergrund:

Biosphärenreservate sind das wichtigste Instrument des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Bio­sphäre". Sie verwirklichen nachhaltige Entwicklung und erhalten Lebensräume. Sie werben für den Aus­gleich der Interessen von Umweltschutz und Wirtschaft, für ein Zusammenleben von Mensch und Natur. Biosphärenreservate sind in der Regel Kulturlandschaften, die sich in Jahrhunderten menschlicher Nut­zung gebildet haben. Damit die UNESCO einen Vorschlag zur Auszeichnung eines Gebiets als Biosphä­renreservat annimmt, muss es für einen Landschaftstyp charakteristisch sein und zugleich modellhaft nachhaltige Entwicklung umsetzen. Dazu gehören die Bewahrung der Biodiversität, die Förderung gesell­schaftlichen Zusammenlebens und eine wirtschaftlich erfolgreiche Ressourcennutzung.

UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee:

Der Schaalsee bildet das Kernstück des Biosphärenreservates und gibt ihm seinen Namen. Der Arten­reichtum der Landschaft und die Vielzahl mosaikartig vernetzter Klein- und Großbiotope machen das Gebiet zwischen den Großstädten Hamburg, Lübeck und Schwerin so besonders. Bei Naturschutzpro­jekten wird besonderer Wert auf die Renaturierung von Mooren und Gewässern gelegt. Das dient dem Grundwasser- und Bodenschutz und verbessert die Lebensbedingungen für viele Tier- und Pflanzenar­ten. Von seinen 310 km² sind 48% Ackerfläche und jeweils rund 20% Wald und Grünland. Zwölf Seen lie­gen in der Region. Hier leben 12.300 Menschen und 262 Vogelarten finden hier ihre Heimat, darunter Seeadler, Kraniche und Eisvögel.

http://www.schaalsee.de/inhalte/seiten/biosphaerenreservat/biosphaerenreservat.php

Das Wattenmeer bildet das größte zusammenhängende Sand- und Schlickwattsystem der Welt, in dem dynamische Prozesse in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ablaufen können. Es erstreckt sich über 500 km entlang der Nordseeküste. 2009 wurde das Wattenmeer aufgrund seiner global herausra­genden geologischen und ökologischen Bedeutung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen;

UNESCO-Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer:

Das hamburgische Wattenmeer ist seit 2011 Teil dieses Weltnaturerbes. Die Insel Neuwerk ist Modellre­gion für nachhaltiges Wirtschaften und seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat. Das Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer umfasst den hamburgischen Teil des Wattenmeers im Bereich der Elbemün­dung einschließlich der Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn. Die Abgrenzung des Biosphärenreser­vats umfasst die Flächen des Nationalparks von 1990. Im Jahr 2001 wurde der Nationalpark seewärts erweitert. Er umfasst heute 11700 Hektar und ist geprägt durch das Wattenmeer, Priele, Sandbänke, Dünen, Salzwiesen und landwirtschaftliche Binnengrodenflächen.
http://www.nationalpark-wattenmeer.de/hh/biosphaerenreservat

UNESCO-Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen:

Das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde 1990 eingerichtet. Es erstreckt sich über 4.431 km² von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung. Zunächst bestand es aus zwei Zo­nen: der Kernzone und der Pufferzone. Dort hat die Natur Vorrang, eine eingeschränkte wirtschaftliche Nutzung im Sinne des Nationalparkgesetzes ist aber zulässig. 2004 kam die Entwicklungszone hinzu. Sie entspricht den fünf großen, bewohnten Halligen im Wattenmeer: Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstran­dischmoor und Oland. Seitdem heißt das Gebiet „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Watten­meer und Halligen“. Die fünf kleinen Halligen sowie einige unbewohnte Inseln und Sandbänke liegen in der Kernzone des Biosphärenreservats.
http://www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/biosphaerenreservat

UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer:

Das 240.000 Hektar große Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer erstreckt sich an der Nordseeküste Niedersachsen zwischen Ems und Elbe. Einschließlich vorgelagerter Inseln umfasst es eine Naturlandschaft und ein einzigartiges Ökosystem in der Dynamik der Gezeiten und, hinter den Deichen eine vom Menschen über Jahrhunderte geprägte Kulturlandschaft. Ihre Siedlungsgeschichte zeigt viele Züge der Anpassung an die Natur dieses Landes: Ausgedehnte Marschen, unzählige Wurten und ein aus­geklügeltes Be- und Entwässerungssystem sind die kulturellen Zeugnisse in der Region. Dörfer und Städte belegen eine 2000jährige Besiedelung der Marschen und Inseln und ihre ökonomischen und sozi­alen Beziehungen über die Region hinaus.

http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/biosphaerenreservat

UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe:

Das 1997 von der UNESCO anerkannte, Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe" ist mit ca. 342.848 Hektar das größte im Binnenland gelegene Biosphärenreservat in Deutschland. Es repräsentiert eine der letzten naturnahen Stromlandschaften Mitteleuropas. Hervorgegangen aus dem ersten deutschen UNE­SCO-Biosphärenreservat „Steckby-Lödderitzer Forst" erstreckt es sich über einen ca. 400 Kilometer langen Stromabschnitt der Mittelelbe. Typische Fluss- und Auenstrukturen sowie entsprechende natur­nahe Lebensräume sind zahlreich erhalten, eingebettet in eine jahrhundertealte Kulturlandschaft. Diese fünf Bundesländergrenzen überschreitende, umfassende Einbeziehung eines großen Stromauenökosys­tems in ein Biosphärenreservat ist in Deutschland einzigartig

http://www.flusslandschaft-elbe.de/biosphaerenreservat/

Rückfragen unter:

Metropolregion Hamburg
Marion Köhler
Pressesprecherin
Tel.: +49(0)40 42841 2604
E-Mail: presse@metropolregion.hamburg.de
www.metropolregion.hamburg.de