Regionalkonferenz 2011 Panel III: Urbane Mobilität und die Pläne im Weißbuch Verkehr

In Themenpanel III stand das europäische Anforderungsprofil für kommunale und regionale Verkehrsentwicklung auf dem Programm sowie das - von dieser Ebene auch stark geforderte - Thema Elektromobilität

Regionalkonferenz Mobilität und Verkehr, Panel 3

Regionalkonferenz 2011, Panel IIIZunächst berichtete Herr Dr. Friedrichsen (Hanse-Office) über die Sichtweise der EU-Kommission zur urbanen Mobilität. Auf Grundlage einer Problemanalyse zur Bedeutung der Städte als zentrale Wohnorte und gleichzeitg aber durch den städtischen Verkehr dominierende CO2-Emittenten sowie den zahlreichen in Städten verursachten Verkehrsunfällen habe die EU-Kommission mehrere Vorschläge entwickelt, um städtische Verkehre umweltfreundlicher, sicherer und effizienter zu gestalten.

Im anschließend durchgeführten Konsultationsverfahren wurde die Vorgehensweise der EU überwiegend positiv aufgenommen, jedoch habe der Deutsche Bundesrat  sich mit Blick auf das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen kritisch geäußert und eine europäische Zuständigkeit für städtische Verkehre abgelehnt. Die EU-Kommission habe diese Kritik berücksichtigt und in ihrem in 2009 verabschiedeten und weniger stringenten „Aktionsplan urbane Mobilität“ 20 Handlungsaktionen definiert.

U.a. gehören dazu das von 2008- 2012 laufende Civitas-Programm, das Archimedes-Programm zur umweltfreundlicheren und effizienteren Gestaltung städtischer Verkehre oder das ebenfalls von der EU geförderte Programm „Green Emotion“ für einheitliche technische Standards und Prozesse für Elektrofahrzeuge. Wesentliche Impulse für die kommunale und regionale Ebene sind durch die Ziele und Vorschläge des „Weißbuch Verkehr“ zu erwarten:

  • eine erhebliche Verminderung der transportbedingten Treibhausgase
  • die Internalisierung externer Kosten über alle Verkehrsträger
  • die Verlagerung von Verkehren auf Bahn und Binnenschiff
  • die Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen

Aus diesen Zielen hat die EU konkrete Vorschläge abgeleitet, die im Einzelnen in den Präsentationsfolien nachzulesen sind. Ein zentrales Handlungsfeld wird dabei die Förderung von Elektromobilität sein, das Thema des zweiten Vortrages in Panel II gewesen ist.

Peter Lindlahr (hySOLUTIONS GmbH) berichtete über den bisher erreichten Stand in der Modellregion Hamburg für Elektromobilität und sprach über die Zukunftsaussichten, das Thema in die Metropolregion zu tragen. Hamburg ist eine von 8 bundesdeutschen Modellregionen. Gegenwärtig werden in dieser 133 Elektrofahrzeuge betrieben. 5 Dieselhybridbusse werden in Hamburg im Linienverkehr und 60 Fahrzeuge in kommunalen Bereichen eingesetzt. Bis Jahresende sollen weitere 250 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Von diesem Kontingent werden auch knapp 20 Fahrzeuge an kommunale Verwaltungen in der Metropolregion ausgeliefert, um dort erste Erfahrungen mit den Einsatz der Fahrzeuge in der Fläche zu sammeln.

Einhergehend mit der technischen Entwicklung und unterstützt durch die staatliche Förderung des BMVBS wird eine starke Nachfragesteigerung in den kommenden Jahren prognostiziert. Für Hamburg und unter Einbeziehung der Metropolregion werden bis zum Jahr 2015 15.000 Elektrofahrzeuge erwartet. Flankierend dazu ist auch das Thema Ladeinfrastruktur - in Hamburg sind bereits 200 Ladesäulen vorhanden - in die Metropolregion auszuweiten.

Eine Dokumentation der Regionalkonferenz, insbesondere der Präsentationen, erhalten Sie auf Nachfrage in der Geschäftstelle der Metropolregion Hamburg