Innenentwicklung Zukunftswerkstatt zum Thema Innenentwicklung am 30.11.2012

"Innenentwicklung" bedeutet – vereinfacht ausgedrückt – bestehende Wohngebiete und Ortskerne zu entwickeln, anstatt immer neue Flächen in Anspruch zu nehmen und Baugebiete „auf der grünen Wiese“ auszuweisen. Auf einer Zukunftswerkstatt in Lüneburg diskutierten über 100 kommunale Vertreterinnen und Vertreter mit Experten aus den Arbeitsgruppen der Metropolregion.

Zukunftswerkstatt zum Thema Innenentwicklung am 30.11.2012

Die Zukunftswerkstatt am 30. November bildete den Auftakt für das geplante Leitprojekt "Innenentwicklung". Dr. Olaf Tauras, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster und Sprecher der Arbeitsgruppe "Innenentwicklung" konnte über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Lüneburg begrüßen. Die fachliche Einführung in das Thema übernahm Hans-Hermann Bode, Kreisbaurat des Landkreises Stade. Er zeigte in seinem Vortrag, dass es in der Metropolregion einerseits Gemeinden gibt, die noch mit Bevölkerungswachstum rechnen können, während andererseits eine zunehmende Zahl von Orten vor der Herausforderung einer schrumpfenden Bevölkerung stehen. An Beispielen machte er deutlich, vor welchen Problemen die Kommunen stehen, wies aber auch auf die Lösungsmöglichkeiten hin.

Anschließend warf Katrin Fahrenkrug, Institut Raum & Energie, einen Blick zurück und erinnerte insbesondere an das Leitprojekt "Bewusstseinswandel im Flächenverbrauch", mit dem die Metropolregion viel Aufmerksamkeit für das Thema Innenentwicklung erzeugt hatte. Anschließend stellte sie den besonderen Ansatz des neues Leitprojektes vor: Neben konkreten Teilprojekten in den Kommunen sollen es gemeinsames „Dach-Projekt“ geben, das die Akteure der Region und ihre Erfahrungen miteiander vernetzt.

Im Anschluss erläuterten Beate Domin, Landesplanung Schleswig-Holstein, und Holger Gnest von der Geschäftsstelle der Metropolregion die Erwartungen an die teilnehmenden Kommunen. Gesucht werden vor allem innovative Ansätze, die über das klassische städtebauliche Instrumentarium hinausgehen. Eine wichtige Voraussetzung ist auch die Bereitschaft, die lokalen Problemstellungen und Lösungsansätze in das regionale Gesamtprojekt einzubringen.

Im zweiten Teil berichteten Kommunen aus der Metropolregion über ihre Problemlagen und Lösungsansätzte. Dr. Tauras stellte zunächst einige beispielhafte Ansätze aus der Stadt Neumünster vor, wie z.B. das integrierte Stadtentwicklungskonzept. Eine besondere Herausforderung bestand darin, neue Nutzungen für Konversionsflächen zu finden. Anschließend präsentierte Iris Brincker vom Amt Lützow-Lübstorf erste Ansätze zur Belebung der Ortsmitte. Um den Umgang mit einem Einfamilienhausgebiet der 50er Jahre ging es schließlich in dem Beitrag von Franka Strehse, Bürgermeisterin der Stadt Visselhövede. Die Gemeinde sucht nach Lösungen, einerseits die Eigentümer beim altersgerechten Umbau der Immobilie zu unterstützen, anderseits aber auch den Generationswechsel durch eine bessere Vermarktung der Gebäude zu befördern.

Die Beiträge lieferten viel Stoff für die anschließende Diskussion. Moderiert von Mone Böcker, raum + prozess, diskutierten die Teilnehmer, welche Handlungsansätze zukunftsweisend sind und im Rahmen des Leitprojekts ausprobiert werden sollten. Dabei wurde deutlich, dass die Kommunen vor neuen Aufgaben stehen, die mit den klassischen Verwaltungsinstrumenten nicht bewältigt werden können.

Den Abschluss des Tages bildete eine zweite Diskussionsrunde zum weiteren Verfahren. Bernd Heilmann, Leiter der Arbeitsgruppe Innenentwicklung, und Stefano Panebianco von der Geschäftsstelle des Förderfonds Hamburg-Niedersachsen der Metropolregion kündigten an, dass formlose Interessenbekundungen noch bis Ende Januar durch die federführende Stadt Neumünster angenommen werden. Im Februar werden dann die Kommunen, die eine Interessenbekundung abgegeben haben, aufgefordert, eine Bewerbung einzureichen. In dieser Phase ist ein weiterer Workshop mit den interessierten Kommunen und der AG Innenentwicklung geplant, bei dem die Kommunen ein Feedback zu ihrer Projektidee erhalten sollen. Vermutlich Ende April 2013 wird dann die Arbeitsgruppe Innenentwicklung die eingereichten Anträge sichten und eine Auswahl der Projekte treffen.

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