Bedarfsgerechtes Wohnen Wohnen in der Metropolregion Hamburg

Die Facharbeitsgruppe „Siedlungsentwicklung“ der Metropolregion Hamburg initiiert ein neues Leitprojekt: „Wohnen in der Metropolregion Hamburg - bedarfsgerecht, zukunftsfähig, gemeinsam gestalten“. Sie können sich mit Ihrem Projekt um eine bis zu 80-prozentige Förderung bewerben.

Bedarfsgerechtes Wohnen in der Metropolregion Hamburg

Wir suchen – wir bieten!

Gesucht werden Modellkommunen, die über drei Jahre im Rahmen dieses Leitprojektes daran mitwirken möchten, kooperativ konkrete Strategien zur bedarfsgerechten Wohnraumentwicklung im Sinne der unten beschriebenen Zielsetzung zu erarbeiten, Handlungsansätze zu deren Umsetzung zu entwickeln und erste Maßnahmen zu realisieren.

Weiterhin ist die Bereitschaft aufzubringen am regionalen Erfahrungsaustausch in der „Projektfamilie“ des Leitprojektes mitzuwirken und Handlungsempfehlungen für eine Übertragung der Ansätze in die Metropolregion Hamburg zu sammeln und zu entwickeln.

Die gemeinsame Erarbeitung regional relevanter Erkenntnisse und Produkte als Beitrag zur Umsetzung metropolitaner Zielsetzungen und zur Stärkung der regionalen Handlungsfähigkeit unterstützt die Metropolregion Hamburg durch eine erhöhte Förderquote für Maßnahmen innerhalb von Leitprojekten von bis zu 80 %.

Aufruf zur Interessensbekundung

Wir freuen uns, dass Sie Interesse an unserem neuen Leitprojekt haben. Wenn Sie sich mit einem Teilprojekt beteiligen möchten, füllen Sie bitte bis zum 16.03.2018 das Onlineformular (siehe auch rechte Spalte) oder das Bewerbungsformular als PDF aus und senden es an die Geschäftsstelle der Facharbeitsgruppe (Herr Thaler, E-Mail: a.thaler@kreis-pinneberg.de). 


Hintergrund

Das Leitprojekt ist eingebettet in die laufenden Aktivitäten der Metropolregion und speziell der Facharbeitsgruppe Siedlungsentwicklung zum Thema Wohnen. Seit 2014 gab es diverse Fachveranstaltungen, die Leitprojekte „Demografie und Daseinsvorsorge“ und „Innenentwicklung“. (siehe auch www.metropolregion.hamburg.de/projekte-und-ideen/) Im Dezember 2015 befasste sich auch die jährliche Regionalkonferenz der Metropolregion mit dem Thema Wohnungsbau und Siedlungsentwicklung.

Die Metropolregion Hamburg ist von einer sehr heterogenen Raumstruktur geprägt. Unabhängig davon nimmt der Handlungsdruck in allen Bereichen der Siedlungsentwicklung zu. Sowohl im engeren Verflechtungsraum Hamburg und in verschiedenen zentralen Orten, sichtbar beispielsweise an steigenden Preisen oder zunehmenden Pendlerverkehren, als auch im ländlichen Raum, wo die Anpassung an den demografischen Wandel und der Umgang mit steigenden Infrastrukturkosten zu bewältigen sind.

Allen Akteuren, sowohl in dynamischen als auch in stagnierenden oder schrumpfenden Wohnungsmärkten, stellt sich die Frage, wo wird zukünftig wie viel Wohnraum und in welcher Qualität nachgefragt und wie kann die Entwicklung bedarfsgerechter Angebote befördert werden. Die Metropolregion Hamburg will hier mit einem neuen Leitprojekt zur Transparenz, zur Grenzen überschreitenden Abstimmung sowie zum Erfahrungsaustausch zu übertragbaren Handlungsansätzen beitragen.

Ziel und Ausrichtung des Leitprojektes

Ziel des Leitprojektes ist die Initiierung und Förderung der Schaffung von mehr bedarfsgerechtem Wohnraum in der Metropolregion Hamburg durch die Entwicklung und Erprobung von interkommunalen und / oder kooperativen Strategien zur Wohnraumentwicklung im Rahmen von Teilprojekten.

Die bereits bewährte Struktur von Teilprojekten unter einem Dachprojekt wird auch für dieses neue Leitprojekt gewählt. Die Teilprojekte übernehmen dabei die modellhafte Entwicklung und Erprobung von Lösungsansätzen. Das Dachprojekt stellt die verbindende Klammer dar u.a. über den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen den Teilprojekten und weiteren Akteuren in der Metropolregion Hamburg.

Folgende räumliche Handlungsschwerpunkte, für die Lösungsansätze erarbeitet werden sollen, stehen im Mittelpunkt des Interesses:

  • Stadt-Umland-Räume
  • (Kooperative Wohnraumentwicklung sowohl im Verflechtungsraum Hamburg als auch in anderen Stadt-Umland-Räumen in der Metropolregion Hamburg)
  • Ländlich strukturierte Räume
  • (interkommunale Handlungsansätze, z.B. Grundzentren in ihrer funktionalen Verflechtung)
  • (Teil-)regionale kommunale Kooperationen
  • (z.B. Strategien auf Kreisebene oder entlang von Siedlungs-/ Entwicklungsachsen)

Aus den genannten Raumbezügen wird deutlich, dass das Leitprojekt auf Kooperationen zwischen Kommunen und / oder Akteuren der Wohnungswirtschaft abzielt. Es werden jedoch ganz bewusst nicht nur etablierte Kooperationen um Interessensbekundungen gebeten. Auch neue bzw. künftige Kooperationen, die durch das Leitprojekt initiiert werden und sich in der Projektlaufzeit entwickeln, sind ausdrücklich willkommen. Denn die Leitprojekte der MRH verstehen sich auch als Experimentierfeld für neue Kooperationsformen und neue Konstellationen der Zusammenarbeit. Wichtig ist eine verbindliche Mitwirkungsbereitschaft der verschiedenen Kooperationspartner bereits in der Bewerbungsphase. Es sollte eine reale Chance auf die Realisierung der Kooperationsabsichten ersichtlich sein.

Themenschwerpunkte in den Teilprojekten könnten beispielsweise sein:

  • Erhalt und Förderung bezahlbaren Wohnraums
  • Bestandsentwicklung im Wohnungsbau (z.B. Nachverdichtung von Bestandsquartieren, Umgang mit sogenannten Schrottimmobilien / Rückbau, Abriss oder Anpassung unzeitgemäßer Wohnungsbestände, Konversion)
  • Etablierung / Anwendung innovativer Instrumente (z.B. Wohnungsmarktbeobachtung, Potenzialermittlung, Betrachtung der Infrastrukturfolgekosten)
  • Entwicklung von interkommunalen Strategien (z.B. interkommunale Finanzierung von Infrastrukturfolgekosten oder öffentlich-private Partnerschaften, gemeinsame Infrastrukturen zur Aufwertung von Wohnstandorten)
  • Entwicklung von neuen Standortprofilen z.B. entlang von Siedlungsachsen
  • Netzwerkbildung / Kooperationen zwischen Kommunen und Wohnungswirtschaft (z.B. Bündnisse für Wohnen, Wohnungsmarktkonferenzen)
  • Innenentwicklung
  • Instrumente zur Anregung des Wohnungsneubaus

Weitere Themenschwerpunkte, die im Zusammenhang mit wohnbaulicher Entwicklung stehen, sind vorstellbar. Gerade hier sollen die Interessensbekundungen aufzeigen, welche Themen bewegen und wo besondere Handlungserfordernisse in der Region liegen.

Ausblick weiteres Vorgehen - Verfahren zur Projektentwicklung

Zur Ausrichtung des neuen Leitprojektes auf die kommunalen Interessenslagen in der Region soll in die Projektentwicklung ein zweistufiges Auswahlverfahren für Teilprojekte integriert werden. Mit einer Interessensbekundung erfolgt eine unverbindliche Bewerbung als potentielles Teilprojekt (1. Stufe des Auswahlverfahrens). Nach Sichtung der Interessensbekundungen durch die Unterarbeitsgruppe erfolgt die weitere Justierung des Leitprojektes und eine Aufforderung an die interessierten Kommunen der 1. Stufe eine verbindliche Bewerbung abzugeben (2. Stufe des Auswahlverfahrens voraussichtlich III. Quartal 2018). Zwischen den beiden Verfahrensstufen ist eine Informationsveranstaltung geplant.

Die Auswahl der Teilprojekte sollte bis Ende 2018 abgeschlossen sein, so dass Anfang 2019 die Projektanträge erarbeitet werden können. Mit einer Beschlussfassung im Lenkungsausschuss der Metropolregion Hamburg und dem Projektstart wäre dann Mitte 2019 zu rechnen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Modellkommune im Leitprojekt „Bedarfsgerechter Wohnraum“ werden würden und damit Vorreiter für andere Städte und Gemeinden in der Metropolregion Hamburg.


Fragen?

Für Rückfragen stehen Ihnen folgende Mitglieder der prozessbegleitenden Unterarbeitsgruppe „Leitprojekt Wohnen in der MRH“ gern zur Verfügung:

Andreas Thaler, Kreis Pinneberg
Tel. 04121/ 45 02-44 18, a.thaler@kreis-pinneberg.de

Birgit Gutt, Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg,
Tel. 04131/ 15-13 29, birgit.gutt@arl-lg.niedersachsen.de

Elgin Förster, Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern
Tel. 0385/ 588-84 02, elgin.foerster@em.mv-regierung.de

Guido Sempell, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Hamburg
Tel.: 040 428408094, guido.sempell@bsw.hamburg.de