Naturhaushalt Entwicklung des Grünen Bandes in der Metropolregion Hamburg

Ziel ist es, das Grüne Band entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“ zu stärken und weiterzuentwickeln. Neben einem fach- und länderübergreifenden Dialogprozess (Baustein I) werden in zwei Teilprojekten konkrete Maßnahmen konzipiert und umgesetzt (Baustein II).

Entwicklung des Grünen Bandes in der Metropolregion Hamburg

Das Grüne Band bildet in der und für die Metropolregion Hamburg eine Klammer zwischen erlebter Geschichte, bewusster Gegenwart und aktiver Zukunftsgestaltung entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Es ist wertvoller Naturraum, Chance für Tourismus und regionale Entwicklung. Dieses große Potenzial soll in der Metropolregion Hamburg mit einem Leitbild besser qualifiziert und sichtbar gemacht werden. Das geht nur gemeinsam, länderübergreifend mit Kommunen und Fachplanungen, Naturschutz und Tourismus, Land- und Forstwirtschaft.

Im Rahmen des Bausteins I entstand deshalb in einem grenzübergreifenden Dialogprozess zwischen den unterschiedlichen Interessenvertretern der angrenzenden (Land-)Kreise das  Leitbildes zum Grünen Band für die Metropolregion Hamburg. Nun geht es darum, die Empfehlungen des Leitbildes langfristig in der Metropolregion Hamburg umzusetzen.

 

Im Baustein II sollten Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern bzw. ihren Niederungen innerhalb des Grünen Bandes erfolgen.

Hierbei handelte es sich im 1. Teilprojekt um die Delvenau als Grenzfluss zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bei Lauenburg. Auch wenn von den ehemaligen Grenzanlagen zweier deutscher Staaten nur noch unscheinbare Reste zwischen Büchen und Lauenburg erkennbar sind, ist das Gebiet für Wasserorganismen noch lange nicht durchgängig: Die Mündung der Delvenau ist überbaut, das natürliche Einzugsgebiet stark verringert - die Mängelliste ließe sich um einiges ergänzen. Mittels einer grenzübergreifenden hydrologischen Machbarkeitsstudie wurden deshalb Ziele für die Entwicklung des Gebiets definiert und daraus 4 Maßnahmenkomplexe mit insgesamt 16 Einzelmaßnahmen abgeleitet, um die Wasserversorgung und Durchgängigkeit von Fluss und Niederung zu verbessern. Aufgrund der guten Flächenverfügbarkeit (Eigentümer Kreis Herzogtum Lauenburg, Stiftung Naturschutz S-H und Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V) konnten mit den Projektmitteln sowie zusätzlicher, vom Landkreis Herzogtum Lauenburg beschaffter Mittel in einem 1,4 km langen Abschnitt der Delvenau Gehölze gepflanzt, Ufer abgeflacht und Tothölzer eingebracht werden. Die meisten der in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Maßnahmen setzen allerdings weitergehende Betrachtungen und Planungen voraus und benötigen intensive Abstimmungen mit den Nutzern. Grundwasserstände können nur angehoben werden, wenn Änderungen der Landnutzung erfolgen (z.B. Acker zu Grünland oder Extensivierung). Das Flächenmanagement ist die vordringliche Aufgabe für die Zukunft, zumal sich Wasserstandsanhebungen auch auf Flächen auswirken würden, die außerhalb der vorhandenen Schutzgebietskulisse (FFH, SPA, NSG, BR) liegen.

Das 2. Teilprojekt bezog sich auf die Rögnitz einschließlich ihrer Niederung als Grenzfluss zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Mit Hilfe der Projektmittel der Metropolregion Hamburg und der Unterstützung des Flächeneigentümers „Stork Foundation“ konnten Anfang Oktober 2018 die vorgesehenen Maßnahmen innerhalb von acht Tagen umgesetzt werden. Dabei wurden an mehreren Stellen nahe der Ortschaft Sückau durch die Abflachung und Profilierung von Uferbereichen sowie den Einbau von Totholz strukturreiche Wasserwechselzonen geschaffen. Die Auenanbindung konnte verbessert und die Gewässerdynamik angestoßen werden. Eine Verwallung im Bereich eines Prallhangs wurde naturnah geschützt.

Weitere Infos 

Baustein II: http://www.stun-mv.de/projekte/aktuelle-projekte

Daten & Fakten

Ziel: Den Biotopverbund bundesländerübergreifend umzusetzen und in den Köpfen der Verwaltungen, Politik und der Öffentlichkeit zu verankern.

Projektträger (Teilprojekt): Landkreis Ludwigslust

Laufzeit: 06/2016 – 12/2019

Kontakte Ansprechpartner:

Fachdienst Natur- und Umweltschutz
im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Garnisonsstraße 1
19288 Ludwigslust

Jochen Krippenstapel
Tel.: 03871 / 7226800
E-Mail: jochen.krippenstapel@kreis-lup.de


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