Ernährungswirtschaft Qualität und Vielfalt

Qualität und Vielfalt

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Die Branche
Lohn und Brot

Der Hamburger Hafen ist auch für die Ernährungswirtschaft ein bedeutender Bestandteil und wichtiges Element. Lebensmittel gelangen auf diesem Weg in die Hansestadt und werden hier weiterverarbeitet. Betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoffproduzenten in der Agrarwirtschaft über die Betriebe des Ernährungshandwerks und der Weiterverarbeitung sowie die hohe Konzentration des Groß- und Außenhandels rumd um den Hamburger Hafen bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel, ergibt sich nach Schätzungen eine Beschäftigungszahl von ca. 50.000 bis 60.000 Arbeitnehmern in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in der Metropolregion Hamburg.

Die Ernährungsbranche trägt mit all den Produktionsschritten der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln zur Wertschöpfung in der Region bei und sichert Arbeitsplätze in der Industrie und dem Handel. so hat sich Hamburg als internationale Drehscheibe des Handels in diesem Umfeld als Eingangstor exotischer Waren und Früchte, für Gewürze und nicht zuletzt für Kaffee und Tee entwickelt. Damit verbundene Markennamen sind beispielsweise Hermann Laue (Hela), Tchibo und Arko. Hinzu kommen Unternehmen wie J. J. Darboven GmbH & Co. KG, die Ostfriesische Teegesellschaft OTG oder die Unilever Deutschland GmbH, die in der Metropolregion ihre Produkte herstellen oder von hier aus weltweit vermarkten.

Die idealen Standortvoraussetzungen in der Metropolregion Hamburg werden von Marktführern der Lebensmittelindustrie für die Produktion und Distribution ihrer Spitzenprodukte genutzt, darunter internationl bekannte Traditionsmarken wie Harry Toast, Philadelphia Käse, Milka Schokolade oder Granini Trinkgenuss. So wuchs Harry Brot GmbH von einer kleinen Bäckerei in Altona zur starken Nr. 2 im deutschen Backwarenmarkt mit bundesweit 9 Großbäckerein und der modernsten Produktionsanlage im Heidekreis. Dort betreiben auch die Kraft Foods Deutschland GmbH ihr größtes europäisches Lebensmittelwerk mit Distributionslager und die Eckes-Granini-Gruppe mbH Abfüllung, Lager und Verteilung von rund einem Drittel ihrer Gesamtproduktion fruchthaltiger Getränke in Deutschland.

Schwerpunkte
Vom Apfel bis zum Instantpulver

Die Ernährungswirtschaft spielt in den ländlichen und den suburbanen Räumen der Metropolregion eine wichtige Rolle. Die städtischen Zentren mit ihren Verbrauchermärkten sind aber nur ein Teil der Abnehmer der Produktion. Über den Hamburger Hafen werden die immer bedeutender werdenden Exporte abgewickelt. Parallel zum Aufbau leistungsfähiger Strukturen in der Ernährungswirtschaft, die den Absatz deutscher Ernährungsprodukte begünstigen, werden auch die Strukturen im Lebensmitteleinzelhandel weiter angepasst.

Die Grünlandwirtschaft, Tierhaltung und der Ackerbau prägen große Gebiete der ländlichen Räume in Norddeutschland und der Metropolregion Hamburg. In küstennahen Gebieten dominieren auf nährstoffreichen Marschböden Futterbaubetriebe, die vornehmlich Milchwirtschaft und Rindermast betreiben.

vergrößern rote Äpfel frische regionale Apfelernernte (Bild: Marion Köhler) Hinzu kommen hoch spezialisierte Teilregionen. In ganz Deutschland bekannt ist das "Alte Land" zwischen Hamburg und Stade, in dem jeder vierte Apfel der Bundesrepublik für den Verkauf geerntet wird. Im Bereich des Gemüsebaues sind vor allem die traditionellen Anbaugebiete wie die Kohlregion Dithmarschen im Nordwesten und die Elbmarschen im südöstlichen Teil der Metropolregion zu nennen. Die Hamburger Marschlande und Moorwerder sind bekannt für den Anbau von Feingemüse.

In Ludwigslust wird die "Zitrone des Nordens", die Sanddornbeere, auf dem ertragreichsten Anbaugebiet Deutschlands geerntet und zu verschiedenen Spezialitäten verarbeitet, die sich fortlaufend zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Mit fortschreitender Industrialisierung entstanden auf der Basis der primären Produktion Betriebe, deren Ruf heute über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. Dazu zählen u.a. die Peter Kölln KG a.A. in Elmshorn, das Stammwerk der Nordmilch AG in Zeven, das Werk der Nordzucker AG in Uelzen, die Fischkonservenherstellungen in Cuxhaven der Lysell Marken GmbH & Co. KG, die Pickenpack GmbH in Lüneburg, die Kühne KG GmbH & Co. KG oder der Appel Feinkost GmbH & Co. KG.

vergrößern Produktion der Ostfriesischen Teegesellschaft Produktion der Ostfriesischen Teegesellschaft (Bild: OTG Seevetal)

Bildung, Forschung & Entwicklung 
Nachwuchs gesichert

vergrößern Mitarbeiter Abstimmung Mitarbeiter Abstimmung (Bild: Nordmilch AG) Die Hamburger Universität für Angewandte Wissenschaften (HAW) bietet neben dem Bachelor in Ökotrophologie nun auch einen Masterstudiengang „Food Science“ an, der ein tiefgreifendes Verständnis von der Verarbeitung und Produktion von Lebensmitteln über die gesamte Produktionskette hinweg vermittelt und dringend benötigten Nachwuchs für die Lebensmittelindustrie ausbildet. Mit dem Obstbau Versuchs- und Beratungszentrum in Jork (OVB-Jork) befindet sich in der Metropolregion ein weltweit anerkanntes Kompetenzzentrum der Agrarforschung.

In der Nachbarschaft zur Metropolregion genießt das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnologie (DIL) und das Zentrum für Lebensmitteltechnologie Mecklenburg-Vorpommern als Forschungsinstitution und direkter Partner der Lebensmittelindustrie einen sehr guten Ruf. Nah an der Grundlagenforschung orientiert sich auch das Institut für Lebensmittelchemie an der Leibnitz Universität Hannover.

An der Fachhochschule Lübeck wird mit dem "Bachelor of Food Processing", der die fachlichen Komponenten Wirtschafts- und Maschinenbauingenierswesen mit der Lebensmitteltechnologie vereint, ein neuer Studiengang eingerichtet. Das Studienangebot kann dual absolviert werden, das heißt, während der laufenden Ausbildung zum Beispiel zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, oder aber nach erfolgreichem Berufsabschluss in der Lebensmittelindustrie. Die Inhalte des Curriculums wurden maßgeblich durch Unternehmen gestaltet und damit deren Bedürfnisse direkt in die Fachhhochschule transportiert.

Am Institut für Agrarökonomie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel können Interessierte von der klassischen landwirtschaftlichen Betriebslehre bis zum modernen Food Marketing Studienangebote finden. Weitere Einrichtungen der Kieler Uni sind das Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde und das Institut für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre. Sie sind etablierte Forschungseinrichtungen und Nachwuchsschmieden für die Ernährungsbranche. Mit dem Max-Rubner-Institut (früher Institut für Milchforschung) befindet sich in Kiel eine weltweit anerkannte Einrichtung der Milchforschung.

Wirtschaftsförderung
Netzwerkskompetenz entscheidet

  vergrößern Landrat Grimme, Herr Buß und Herr Brüggen auf der Regionalkonferenz Landrat Grimme, Herr Buß und Herr Brüggen auf der Regionalkonferenz (Bild: MRH) Aus dem südlichen Teil der Metropolregion Hamburg entstanden und in der gesamten Metropolregion Hamburg aktiv, nimmt sich foodactive, die Ernährungsinitiative der Süderelbe AG den Bedarfen der Ernährungswirtschaft an. Im Rahmen von foodactive arbeiten Branchenunternehmen gemeinsam an speziellen Themenstellungen. Professionelle Dienstleistungsangebote erschließen zusätzlich Kompetenzen, senken Transaktionskosten, erleichtern Markteintritte und verbessern die Wettbewerbsposition der Unternehmen. Dabei wird die strategische Ausrichtung der Unternehmen forciert. Das schnelle und flexible Agieren auf veränderte Marktanforderungen zeichnet die Aktivitäten von foodactive aus. durch eine Kooperation der Süderelbe AG mit ihren Anteilseignern werden nationale und internationale Unternehmen und Einrichtungen in die Clusteraktivitäten einbezogen.

Auch bestehen enge Kontakte zu der von der Region Lübeck ausgehenden Brancheninitiative foodRegio, zu dem Kompetenznetwerk Ernährungswirtschaft Schleswig-Holstein und dem Niedersächsischen Komptenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE), das auch die Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landesinitiative Ernährungswirtschaft managt.

Das angestrebte Leitprojekt der Metropolregion Hamburg „Aus der Region – Für die Region“ ermöglicht eine verstärkte Vernetzung der in der Region ansässigen Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Dadurch können die Betriebe der Agrarwirtschaft ihre frischen und verarbeiteten Erzeugnisse auf dem regionalen Markt besser positionieren. Ziel dieser länderübergreifenden Kampagne ist es, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Daneben soll bei den Verbrauchern ein Bewusstsein für die Vorzüge regional erzeugter Produkte geschaffen werden. Die regional erzeugten landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkte sind die „Botschafter“ der ländlichen Räume.

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