OECD-Empfehlungen 10 Punkte für eine bessere Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg

Die im letzten Jahr veröffentlichten OECD-Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Hamburg hat aufgezeigt, dass die politische Fragmentierung der Region ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Regionen ist. Folgerichtig hat die Studie eine Vielzahl von Anregungen gegeben, welche Veränderungen und Prozesse notwendig sind, um auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und als Region noch wettbewerbsfähiger zu werden.

10 Punkte für eine bessere Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg

Die Ergebnisse der Studie, die von 2018 bis 2019 mit Unterstützung des Unternehmensbeirats durchgeführt wurde, sind in den vergangenen Monaten durch acht Thematische Arbeitsgruppen auf Machbarkeit überprüft worden. Dies hat am 4. Juni zu einem Beschluss des Regionsrats geführt, zehn Vorhaben prioritär umzusetzen. Auch an diesen Arbeitsgruppen haben sich einige Unternehmensbeiratsmitglieder beteiligt.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen mit ca.100 Einzelempfehlungen sind sehr ermutigend, auch wenn die Vorhaben manchmal hinter den Empfehlungen der OECD zurückbleiben. Sehr positiv zu vermerken ist, dass viele wichtigen Themen im Konsens angegangen werden sollen, die vorher kaum denkbar erschienen und die für die Metropolregion Hamburg ein großer Schritt nach vorne sein können. So fallen unter die 10 beschlossenen Vorhaben neben dem Bekenntnis, die Metropolregion als Zukunftsregion für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff zu entwickeln, ein wichtiger Punkt in der OECD Studie, auch der Beschluss eine gemeinsame Innovationsstrategie zu entwickeln und ein Konzept für eine gemeinsame Innovationsagentur zu erstellen, die für innovative Vorhaben sowohl Bundes- und EU Mittel einwerben kann. Gerade die Innovationsagentur war von der OECD mit größter Priorität angemahnt worden. Viele hatten sie aber nicht notwendigerweise als durchsetzbar angesehen. Außerdem sollen unter anderem Konzepte für die Entwicklung des ÖPNV, auch über Ländergrenzen hinweg, entwickelt werden, ein Kompetenzzentrum für Mobilität überprüft und eine abgestimmte Wohnungspolitik am „Leitbild der flächensparenden und kompakten Siedlungsentwicklung“ verstärkt werden.  Die von der Wirtschaft geleitete Arbeitsgruppe „Fachkräftestrategie“ hat wesentliche Meilensteine gesetzt, und der Beschluss sieht die Entwicklung einer gemeinsamen Fachkräftestrategie vor, die bestehenden Fachkräfteinitiativen stärker miteinander verzahnen soll. Die Arbeitsgruppe hat hier sehr klare Vorstellungen bezüglich der Ausweitung der NEW Academy (Fachkräfte für Norddeutsche Energiewende) von Hamburg und Schleswig-Holstein auf die andern Bundesländer sowie die Etablierung eines gemeinsamen Welcome Centers für qualifizierte Fachkräfte, in Anlehnung an das bestehende Portal in Hamburg, aufgezeigt.

Wichtig wird es jetzt sein, dass man den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht. Dazu gehört, dass wir darauf drängen, dass die vorgesehenen manchmal sehr langen Zeitpläne, gerade unter dem Eindruck der CORONA Pandemie überdacht werden, und wo immer möglich zügig an der Umsetzung der Empfehlungen gearbeitet wird. Auch wird es notwendig sein, dass klare, eindeutige Arbeitsstrukturen festgelegt und mit Kompetenzen versehen werden. In vielen Bereichen gibt es hier überlappende Strukturen/Verantwortungsbereiche, die jetzt so zusammengefasst werden müssen, damit ein effektives und erfolgreiches Projektmanagement entsteht. Der Regionsrat hat hierzu den Lenkungsausschuss der Metropolregion Hamburg gebeten, ein Konzept zu entwickeln.

Alles in allem, also ein ermutigender Schritt nach vorne. Wir müssen aber auch über unsere Kanäle immer wieder die Chance nutzen, den Ländern und Kommunen deutlich zu machen, wie wichtig es ist, die Fragmentierung in vielen Feldern zu überwinden, unsere Kräfte zu bündeln, um so im Wettbewerb mit anderen Metropolregionen im In- und Ausland wieder aufzuholen und unsere Region wirtschaftlich noch erfolgreicher zu machen. 

Der IMH Vorstand hat hierzu formuliert: 

"Die OECD hat viele wirksame Empfehlungen zur Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion unterbreitet. Diese sind durch die Krise nicht obsolet geworden. Im Gegenteil: Krise, strukturelle Defizite und zukünftige Herausforderungen machen die Vorschläge noch relevanter - die Wirkung wird verstärkt. Gerade wegen der CORONA-Krise muss der begonnenen OECD-Nachfolgeprozess konsequent fortgesetzt und in den Umsetzungsprozess überführt werden. Der Grundgedanke der Zusammenarbeit muss dabei weiterhin „think big“ lauten. Nur das Denken in größeren Kategorien, über kommunale, Landes- und Staatsgrenzen hinweg, wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Metropolregion zur Entfaltung bringen und nachhaltig Wachstumspotentiale heben."

Und das alles so schnell wie möglich. Andere Länder und Metropolregionen geben uns hierbei keine zwei bis drei Jahre Zeit, sondern werden uns in wichtigen Innovationsfeldern überholen, wenn wir uns nicht beeilen.