Industriekultur - Bewässerungsanlagen Rieselwiese Suderburg

Die Rieselwiesen sind eine frühe Form der industrialisierten Landwirtschaft: Das Wasser wird auf die Wiesenrücken geleitet und fließt die Seiten hinab.

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Bis weit in das 19. Jahrhundert prägten Bruchwälder die Täler der Heideflüsse. Dann drang der Suderburger Rückenbau in die Region vor: Nach diesem Prinzip wurden Wiesen mit Bewässerungssystemen neu angelegt. Damit ließ sich der Heu-Ertrag beträchtlich steigern – eine frühe Form der industrialisierten Landwirtschaft. Das nährstoffarme Wasser der Heidebäche hielt diese Rieselwiesen feucht, düngte sie und schützte vor Spätfrösten. Örtliche Bauern hatten das Prinzip entwickelt und 1853 in Suderburg sogar eine Wiesenbauschule gegründet. Um 1840 war das Tal der Hardau mit Rieselwiesen und weit verzweigten Grabensystemen vollständig belegt. Als der Fluss Anfang der 1950er Jahre begradigt wurde, beseitigte man die Rieselwiesen wieder. Auch der Einsatz von modernen Maschinen widersprach dieser kleinteiligen Wiesenwirtschaft.

1998 rekonstruierte die Gemeinde Suderburg eine Rieselwiese nach dem Prinzip des Rückenbaus. Sie ist Teil des Kulturhistorischen Wassererlebnispfades an der Hardau und wird auch in Betrieb gezeigt. Relikte einer originalen Rieselwiese mit Staubauwerken gibt es noch etwa zehn Kilometer weiter westlich im Tal der Örtze, am Wanderweg nördlich von Poitzen.

Ort: Elmensteg, 29556 Suderburg

Informationen:
http://www.suderburg.de/tourismus/wasserelebnispfad.htm
Im alten Speicher am Räberweg in Hösseringen (neben dem Haus des Gastes) gibt es eine Ausstellung zum Suderburger Rückenbau. Sie ist von April bis Mitte Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt:
Touristinformation Suderburger Land
Räberweg 4, 29556 Hösseringen
Tel. 0 58 26 / 16 16
E-Mail: info@suderburgerland.de

Kurzprofil:
Typ: Kanalsystem für Bewässerung
Baujahr: bis etwa 1840
Stilllegung: Anfang der 1950er Jahre
Rekonstruktion: 1998 als Teil des Wassererlebnispfades Hardau

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