Industriekultur - Fabriken Sägewerk Aug. Herbst, Gartow

Zu dem weitläufigen Sägewerk in Gartow mit Getreidemühle, Zimmerei und Tischlerei gehören auch eine komplett erhaltene Maschinenausrüstung sowie eine Lokomobile.

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Sägewerk Aug. Herbst, Gartow

In Gartow steht ein Schätzchen der Industriekultur zum Verkauf: das vollständig ausgestattete Sägewerk der Firma Aug. Herbst Nachf. Nach einer Insolvenz bemüht sich der Verwalter einen Investor zu finden, der die im Kern unter Denkmalschutz stehende Anlage erhält. Zu dem weitläufigen Gelände mit Hallen, Getreidemühle, Zimmerei und Tischlerei gehört auch die Maschinenausrüstung, unter anderem eine Lokomobile der Heinrich Lanz AG von 1923. Die mit Sägespänen beheizte Dampfmaschine mit 190 PS trieb über die ebenfalls erhaltenen Transmissionen die Maschinen an und erzeugte darüber hinaus mit einem Generator Strom für den eigenen Betrieb und die Häuser der Beschäftigten.

In dem 1868 von Johann Christian Herbst gegründeten Betrieb waren einst etwa hundert Menschen beschäftigt. Der Rohstoff kam aus den umgebenden Wäldern der Grafen von Bernstorff. Für den Transport der Bäume zum Sägewerk und der Fertigware zum Schiffsanleger an der Elbe hatte man von 1884 bis 1945 eine Schmalspurbahn mit Pferden betrieben. Von dieser Bahn gibt es noch Reste. Später war das Werk mit Holzpflaster für die Hamburger Hafenschuppen erfolgreich, bis 2010 wurden Typenhäuser aus Fachwerk hergestellt.

Ort: Hahnenberger Straße 35 / Prezeller Weg, 29471 Gartow

Informationen:

saegewerk.wendland-net.de.

Kontakt:

Gerhard Has

Hahnenberger Straße 35

29471 Gartow

Kurzprofil:

Typ: Sägewerk mit Dampfmaschinenantrieb

Baujahre: schrittweise im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Stilllegung: 2010

Produktion: Sägewerk, Getreidevermahlung, Stromproduktion