Industriekultur - Fabriken Lederfabriken Neumünster

Von 1965 bis 1967 schlossen in Neumünster die letzten drei Lederwerke. Vor dem Ersten Weltkrieg war die Stadt noch der größte Standort der Lederindustrie in Preußen.

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Lederfabriken Neumünster

Die Stadt Neumünster ist in Preußen der größte Standort der Lederindustrie gewesen. Attraktiv für die Lederfabriken mit bis zu 4.000 Beschäftigten waren die zentrale Lage mit Bahnanschluss sowie die Nähe zum Hamburger Hafen, über den die Felle importiert wurden. In der Nachkriegszeit wurde die arbeitsintensive Produktion in die Herkunftsgebiete der Rohstoffe verlagert. Von 1965 bis 1967 schlossen die letzten drei Lederwerke der Stadt und wurden Gewerbehöfe.

Die Lederfabriken von Hermann G. Schmid und Adler & Oppenheimer (später Norddeutsche Lederwerke) in der Wrangelstraße arbeiteten an der Schwale. Der Fluss diente ihnen bis etwa 1900 als wichtige Ressource, denn bei der Verarbeitung von Tierfellen wird viel Wasser benötigt. Vor dem Aufbau einer städtischen Wasserversorgung bezogen die Betriebe es aus Brunnen oder Gewässern, betrieben als Zwischenspeicher allein an der Wrangelstraße sechs Wassertürme. Das belastete Abwasser wurde anfangs recht sorglos in die Schwale geleitet. Später entstanden Rieselfelder und Kläranlagen. Seltene Technik gibt es im Kraftwerk von Adler & Oppenheimer: Hier blieben drei Dampfkessel aus der Vorkriegszeit erhalten.

Ort: Wrangelstraße 10-16 und 34-36, 24539 Neumünster

Kontakt:

Stadt Neumünster / Denkmalschutz

Brachenfelder Straße 1-3

24534 Neumünster

0 43 21 / 942 - 26 87

Gewerbehof Hermann G. Schmid GmbH
Wrangelstraße 10

24539 Neumünster

Tel. 0 43 21 / 6 41 51

GEV – Grundstücksentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH

Wrangelstraße 34

24539 Neumünster

Tel. 0 43 21 / 6 30 16

Kurzprofil:

Typ: komplexe Fabrikanlagen

Baujahre: seit 1893, mehrfach erweitert

Stilllegung: 1965–67

Produktion: Leder