Industriekultur - Schöpfwerke Feldentwässerungs-Mühle Hamburg-Curslack

Hunderte von windbetriebenen Entwässerungsmühlen gab es einst in den Vier- und Marschlanden – die im Freilichtmuseum Rieck Haus ist die letzte davon.

Feldentwässerungs-Mühle Hamburg-Curslack

Die von Bille und Elbnebenarmen durchflossenen Vier- und Marschlande liegen nur knapp über dem Normalwasserstand der Elbe. Deshalb mussten sich die Bewohner stets gegen zu hohe Wasserstände wehren: mit dem Bau von Deichen und dem Entwässern des Landes. Deshalb durchzieht ein ausgeklügeltes Grabensystem das Binnenland. Die Gräben sammeln Niederschlags- und Sickerwasser, Schöpfwerke fördern es in höher gelegene Gewässer. So kann es durch Siele in die Elbe oder Bille abfließen. Damit wurde nicht nur Wiesenbewirtschaftung, sondern auch Ackerbau möglich.

Seit 1888 gab es in Billwerder ein dampfbetriebenes Schöpfwerk. Vorher hatten dicht an dicht in der Marsch stehende Windmühlen diese Arbeit gemacht. Seit 1780 waren ihre Schaufelräder durch leistungsfähigere archimedische Schnecken ersetzt worden. Doch bis 1924 wurden sie stillgelegt, weil von Elektromotoren angetriebene Schöpfwerke ihre Aufgabe übernahmen. Das letzte Exemplar einer „Feldentwässerungsmühle“ wurde 1952/53 aus Ochsenwerder (Norderdeich 40) in das Freilichtmuseum Rieck Haus in Curslack umgesetzt. Es ist eine Kokermühle: Hier befindet sich, im Gegensatz zur Bockwindmühle, ein Großteil der Technik im umbauten Sockel.

Ort: Curslacker Deich 284, 21039 Hamburg

Informationen:

www.bergedorfer-museumslandschaft.de

Kontakt:

Bergedorfer Museumslandschaft

Freilichtmuseum Rieck Haus

Tel. 0 40 / 7 23 12 23

Kurzprofil:

Typ: Kokermühle mit Segelflügeln

Baujahr: um 1800

Stilllegung: 1924, 1952/53 umgesetzt

Funktion: Schöpfwerk mit archimedischer Schnecke

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Scarlett Ludwig

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