Industriekultur - Wassermühlen Wassermühle und Sägewerk Wulfsen

Mit dem an die Turbine angeschlossenen Sägewerk konnte der Müller in Wulfsen flexibler auf den Markt reagieren: Wenn kein Getreide vermahlen wurde, konnte er Holz verarbeiten.

Wassermühle und Sägewerk Wulfsen

Die Wasserkraft ist die wichtigste Energie im frühen Industriezeitalter gewesen: als Antrieb für Textilmaschinen ebenso wie für Hammerwerke. Auch die Mühle in Wulfsen südlich von Winsen (Luhe) dienten mehreren Produktionen: Hier wurden Getreide vermahlen, Graupen und Grütze geschält, Öl geschlagen, Lohe gestampft und Filz gebokt. Vermutlich gab es hier schon seit dem 13. Jahrhundert eine Wassermühle.

Das heutige Mühlengebäude an der zu einem Teich gestauten Au stammt von 1856. Seine aufwendige Bauweise zeugt vom Wohlstand des Müllers. 1853 hatte er einen zweiten Mahlgang in Betrieb genommen. Vorher war der Aubach reguliert worden, um Rieselwiesen anzulegen, was auch die Nutzung der Wasserkraft verbesserte. 1895 wurde dem Betrieb ein Sägewerk in einem einfachen Zweckbau angegliedert. Damit konnte der Müller flexibler auf den Markt reagieren: Wenn kein Getreide vermahlen wurde, konnte er Holz verarbeiten. Er modernisierte die Mühle stetig weiter: 1909 ersetzte er das Wasserrad durch eine Turbine, von 1920 bis 1939 erzeugte er auch Strom für die Mühle und die Nachbarschaft. In den 1960er Jahren wurde der Betrieb eingestellt, doch das Sägewerk blieb erhalten.

Ort: Am Mühlenteich, 21445 Wulfsen

Kurzprofil:

Typ: Wassermühle mit Wasserturbine

Baujahre: 1856 / 1896

Stilllegung: 1960er Jahre

Produktion: Getreidevermahlung und Sägewerk