Industriekultur - Wassertechnik Düker an der Lombardsbrücke in Hamburg

Der 1868 erbaute Düker unter der Lombardsbrücke gehört zum Abwassersystem in Hamburg: Er ist Teil des Geeststammsiels, das auf diese Weise die Alster unterquert.

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Düker an der Lombardsbrücke in Hamburg

Nach dem Großen Brand im Jahre 1842 plante der englische Ingenieur William Lindley ein Sielsystem nach dem Vorbild Londons. Dieses Entsorgungssystem konzentrierte sich zunächst nur auf den Innenstadtbereich und beseitigte häusliches Abwasser und anfallendes Regenwasser, die dann ungereinigt in die Elbe abgeleitet wurden.

1861 wurde in Hamburg die Torsperre aufgehoben. Industrie und Gewerbe blühten auf, es begann ein rasantes Wachstum der Stadt. Die Randgebiete Hamburgs wurden dichter besiedelt, weil es nun möglich war, innerhalb der Stadtgrenzen zu arbeiten, aber außerhalb Hamburgs zu wohnen. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, wurde das Sielnetz von 1871 bis 1904 so erweitert, dass auch die Abwassermengen aus den neu erschlossenen Gebieten der Elbe zugeführt wurden, ohne das alte Sielnetz zu belasten.

Um das Geeststammsiel östlich der Alster mit dem Sielsystem im Wesen zu verbinden, wurde der Düker – eine Abwasserleitung unter der Alster – in die 1868 eingeweihte Lombardsbrücke integriert und später in Betrieb genommen. Als er 1994 durch einen neuen Düker ersetzt wurde, sind Teile des alten Dükers, wie das mit Handkurbel bewegbare Stautor, restauriert worden.

Ort: Lombardsbrücke, östliches Widerlager, Eingang Ballindamm/Glockengießerwall, 20354 Hamburg

Informationen:

www.hamburgwasser.de/privatkunden/unternehmen/geschichte

Kontakt:

Hamburg Wasser

Billhorner Deich 2

20539 Hamburg

Tel. 040 / 78 88 – 23 87

Kurzprofil:

Typ: Düker als gemauertes Rohr für Abwassersielsystem

Gewässer: Alster

Baujahr: 1868

Stilllegung: 1994