Außenhandel Metropolregion Hamburg

Außenhandel in der Metropolregion Hamburg

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Metropolregion Hamburg – Tor zur Welt

Die Metropolregion Hamburg profitiert von der wirtschaftsgeografisch vorteilhaften Lage im Herzen eines erweiterten Europas: Sie ist das „Tor zur Welt“, nicht nur wegen der Häfen, sondern vor allem auch wegen der ansässi­gen Importeure, Exporteure und Transithändler. Die modernen Außenhändler übernehmen dabei neben dem klassischen Import und Export vor allem marktnahe Aufgaben, von Engineering und After-Sales-Dienstleistungen über professionelle Konfektionierung, logistische Abwicklung und Vertrieb bis hin zur Finanzierung und zur Übernahme von Währungsschwankungs­risiken und Gewährleistungspflichten.

 Die Metropolregion ist im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands stärker auf das überseeische Geschäft fokussiert, für das genaue Länder- und Marktkenntnisse von besonderer Bedeutung sind. Mit 100 Konsulaten sowie rund zwanzig ausländischen Handelsbüros und zahlreichen Kulturinstituten ist das notwendige Länder-know-how reichlich vorhanden. Das GIGA German Institute of Global and Area Studies mit seinen Regionalforschungsinstituten und das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) stellen den außenwirtschaftsbezogenen Firmen regelmäßig aktuelle länderkundliche Informationen zur Verfügung. Die ansässige EulerHermes Kreditversicherungs-AG ist nicht nur Marktführerin in Deutschland auf dem Gebiet der Kreditversicherung, sondern bearbeitet auch gemeinsam mit der PriceWaterhouseCoopers AG die staatlichen Ausfuhrgewährleistungen und Investitionsgarantien. Zudem ist Hamburg seit 1996 Sitz des Internationalen Seegerichtshofes und beheimatet mit dem Weltzukunftsrat eine weitere global ausgerichtete Institution.

 Etwa 5.000 am Außenhandel beteiligte Unternehmen gibt es in Hamburg, darunter gut 2.500 traditionelle Im- und Exporthändler. Gerade auch im florierenden China-Geschäft ist Hamburg Vorreiter, und dabei sind es nicht nur die gut 700 Hamburger Unternehmen, die mit China im Geschäft sind, sondern vor allem auch die rund 400 Niederlassungen chinesischen Firmen in Hamburg. Das Profil des Außenwirtschaftsplatzes runden die etwa 3.500 Töchter ausländischer Muttergesellschaften, wie etwa Philips, Olympus, Hansenet oder H&M, ab. Erweitert um die exportierende Industrie und international ausgerichtete Handelsvertreter und Dienstleister wie Banken, Versicherungen, Verkehrsunternehmen, Rechts- und Steuerberater sind es rund 20.000 Hamburger Unternehmen, die branchenübergreifend Geschäftsbeziehungen ins Ausland unterhalten.

Hamburg gilt als eines der bedeutendsten Textilumschlagszentren in Europa und als größter Handelsplatz für pharmazeutisches Rohmaterial. Mit der Helm AG hat die weltweit größte konzernunabhängige Chemikalienhandelsfirma ihre Zentrale in Hamburg. Das Unternehmen Marquard & Bahls ist mit seinen Tochtergesellschaften einer der weltweit führenden unabhängigen Mineralölgroßhändler. Dank der hier ansässigen Kaffeeimporteure, wie etwa der Neumann Kaffee Gruppe, den Röstereien und Veredelungsbetrieben ist Hamburg wichtigstes europäisches Kaffeezentrum. Gleiches gilt auch für Tee: Das Teehandelshaus Hälssen & Lyon unterhält mit über 5 000 Sorten zudem das weltweit größte Lager für Teespezialitäten. Hinzu kommt die Vielzahl außenwirtschaftlich orientierter Unternehmen im Hamburger Umland, wie die Basler AG in Ahrensburg, Grundfos Pumpenfabrik in Wahlstedt, Sterling SIHI in Itzehoe, Digisound aus Norderstedt oder DOW Deutschland in Stade.

In Bezug auf das gesamte Außenhandelsvolumen (Importe zzgl. Exporte) belegt Deutschland regelmäßig vordere Plätze im weltweiten Vergleich. Betrachtet man das Außenhandelsvolumen (Importe zzgl. Exporte) pro Einwohner, so ist Hamburg unangefochten auf Platz 1 mit fast 50.000 € pro Einwohner, mehr als doppelt so viel wie die süddeutschen Länder Bayern oder Baden-Württemberg. Rund zwei Drittel des Hamburger Außenhandels (2010: rd. 100 Milliarden Euro) entfallen auf die Wareneinfuhr. Zu den Hauptimportgütern zählen neben Genussmitteln Kupfererze und elektrotechnische Erzeugnisse, Südfrüchte, Textilien und Luftfahrzeuge, wobei dessen statistische Bedeutung vor allem auf die Airbus-interne Arbeitsteilung zurückgeht. Wichtige Exportgüter sind wiederum Luftfahrzeuge, medizinische Geräte und chemische Erzeugnisse. Hinzu kommen die im reinen Transitverkehr gehandelten Güter, die rund 20% des Hafenumschlags ausmachen. Wichtige Handelspartner sind Frankreich, Großbritannien, die USA sowie China.

 Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern beraten die Unternehmen auf ihrem Weg in internationale Märkte. Außenwirtschaftsrundschreiben, Ländersprechtage oder Beratung bei den zoll- und außenhandelsrechtlichen Formalitäten gehören genauso zu dem Portfolio der Dienstleistungen wie die Ausstellung von Ursprungszeugnissen und Zollpassierscheinheften (Carnet A.T.A.). Sie suchen einen Einstieg in die Incoterms 2000, benötigen Musterverträge und oder erhoffen sich Erstinformationen zur Rechtsverfolgung im Ausland? Auch hier stehen Ihnen die Kammern mit Rat und Tat zur Seite. Und nicht zu vergessen: Umsatzsteuer im innergemeinschaftlichen Warenverkehr bzw. Umsatzsteuer international. Zur Vermittlung von Geschäftskontakten nutzen die Kammern auch das online-Angebot des e-trade-centers oder stellen die Kontakte zu den deutschen Auslandshandelskammern her (AHK). Auch bei Fragen zu internationalen Messen und Messeförderung im Ausland finden Unternehmen hier Antworten.

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