Moorhufendörfer zwischen Weser und Elbe Finndorff-Siedlungen

Typische historische Kulturlandschaften des Landkreises Rotenburg (Wümme) sind die bei Gnarrenburg und Bremervörde gelegenen, unter dem Namen Findorff-Siedlungen bekannten Moordörfer.

Finndorff-Siedlungen

Von den heute bekannten etwa 75 Straßendörfern – auch als Moorhufendörfer bekannt – wurden bereits vor über 250 Jahren durch den Moorkommissar Jürgen Christian Findorff im Moor 42 Dörfer planmäßig angelegt. Dazu wurden Moorflächen zwischen Weser und Elbe trockengelegt, Entwässerungskanäle angelegt und kilometerlanger Moorreihendörfer erbaut. Auch heute noch sind viele der alten Dörfer und Entwässerungsanlagen (Schöpfwerk und Kanäle) im Landkreis zu sehen. Etliche der alten Fachwerkhäuser sind bis heute erhalten. Ein Dorf-Ensemble bzw. eine historische Hofstelle kann man gut im Bremervörder Ortsteil Ostendorf oder in Gnarrenburg-Augustendorf besichtigen. Mehr oder weniger gut erhalten sind auch die Dörfer Fahrendahl, Klenkendorf, Mehedorf, Ostersode, Heudorf, Hüttendorf, Bergedorf, Südwede, Nordwede, Westerwede, Eickedorf, Mooringen, Lüninghausen und Wörpedahl.

Huvenhoopsmoor

Das in der Region Gnarrenburg gelegene, noch teilweise vernässte Huvenhoopsmoor – nördlicher Ausläufer des bekannten Teufelsmoores – lässt sich auf dem Moorerlebnispfad und von zwei Beobachtungstürmen erleben. Mit dem Rad geht es auf der Torf- und Glasroute (21 km) in der Region Gnarrenburg und auf der Moorteufel-Route (37 km) in der Region Bremervörde ins Moor. Mit etwas Glück können Sie den Kranich beobachten, der hier auf seinem Zug nach Süden Rast einlegt.

Zu Fuß führen den Wanderer die Nordpfade Eichholz/Franzhorn und Huvenhoopsmoor durch die Region. Seit September 2014 ist die Torfschiff-Hafenanlage der Gemeinde Gnarrenburg an der Kollbeck die Attraktion für den Tourismus. Ein Hafenbecken mit ausreichend Ein- und Ausstiegsstellen für Torfkahn- und Paddeltouristen präsentiert sich eingebettet in einem kulturhistorischen Umfeld.

Schulgeschichte in Karlshöfen

Die historische Einraumschule in Karlshöfen repräsentiert die damals praktizierte Unterrichtsform, Schüler aller Schuljahrgänge zusammen in einem Klassenzimmer zu unterrichten. Die Schulgeschichte in Karlshöfen begann mit der Errichtung dieses Schulgebäudes im Jahre 1864. Das restaurierte Schulgebäude gilt bei Jung und Alt, weit über unsere Region hinaus, als kulturhistorisches Juwel.

Wussten Sie schon?

Der Moorkommissar Findorff hat den Beinamen "Vater aller Moorbauern“ erhalten? Als erster machte er das Land zwischen Elbe und Weser urbar, für Menschen bewohnbar und nutzbar. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass damit auch eine der ersten großflächigen Moorzerstörungen im Landkreis Rothenburg begann.


Finndorff

 Pietzmoor

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