Station 21 - Ölmühle G.L.Gaiser & Co.
Gottlieb L. Gaiser aus Hamburg gründete 1859 in Harburg die erste Ölmühle der deutschen Länder für Übersee-Rohstoffe.
Ab 1865 importierte er mit eigenen Schiffen erstmals Palmöl-Früchte statt gepressten Öls. Sein Standort an der Süderelbe bot Vorteile für den Seeschiff-Umschlag, zudem einen Gleisanschluss. Gaiser versuchte 1884, seinen Besitz „Mahin-Land“ in Nigeria unter deutsche Schutzherrschaft zu stellen, was allerdings 1886 an Bismarcks Veto scheiterte. Dennoch gehört Gaiser zu den ersten, die sowohl Plantagen in Übersee als auch Fabriken in Deutschland besaßen und so die Wertschöpfung aus der gesamten Produktionskette beherrschten. Andere taten es seinem Beispiel nach. 1899 kaufte Thörl die Anlagen und nutzte sie als „Oelwerke Elbe“ und Stärkefabrik. H. C. Hagemann und Aug. Prien bauten sie dafür mit differenzierter Architektur grundlegend um. Danach übernahm der Paternoster-Hersteller Comba die Immobilie. Heute dient sie einer Spedition.
Ort: Lauenbrucher Deich 4–12, 21079 Hamburg