Presseinformation Biotopverbund in der Metropolregion Hamburg

Lebensräume verbinden für mehr Vielfalt

Unsere grünen Freiräume in der Metropolregion Hamburg sind wertvoll - für Tiere und Pflanzen, das Klima sowie die Menschen. Daraus einen Verbund von Biotopen zu entwickeln bedeutet, naturnahe Lebensräume miteinander zu verbinden und aufzuwerten, um mehr Artenvielfalt und Lebensqualität zu ermöglichen. Mit diesem Ziel ist 2013 das Leitprojekt „Biotopverbund“ in der Metropolregion Hamburg angetreten. Nun liegen die Projektergebnisse vor.

Biotopverbund in der Metropolregion Hamburg: Lebensräume verbinden für mehr Vielfalt

Grüne Freiräume und Verbindungsachsen sichern nicht nur Tieren und Pflanzen ein Überleben, sie verbessern auch die Lebensqualität der Menschen in der Metropolregion und sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wälder, Moore, Flüsse und Feldmarken erfüllen bedeutende Leistungen für unser Ökosystem. Sie sind Frischluftschneisen und speichern CO2 und Regenwasser. Für die Menschen bieten sie unverzichtbare Erholungsräume.

Bei einem Biotopverbund geht es darum, vereinzelte Lebensräume oder bestehende Schutzgebiete miteinander zu verbinden, auch über Äcker, Siedlungen und Straßen hinweg. Das kann nur gelingen, wenn möglichst viele Partner in die Planungen zum Biotopverbund eingebunden werden und die Vorteile und Synergien eines „Grünen Netzes“ erkennen. Genau dort setzt das Leitprojekt „Biotopverbund“ der Metropolregion an. Unter dem Motto „Biotopverbund machen“ sind in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern Maßnahmen zum Biotopverbund umgesetzt worden.

In zwei von insgesamt vier Teilprojekten ging es um die bessere Vereinbarkeit von Natur und Naherholung. So wurden zum Beispiel in der Uferzone der Düpenau in Schenefeld Wassererlebnispunkte geschaffen und mit digitalen Entdeckerrouten erfolgt die Entwicklung eines virtuellen Biotopverbundes.. Da Gewässer in der Metropolregion Hamburg auch für die Freizeitnutzung und Erholung eine wichtige Rolle spielen, ist es wichtig, die Bevölkerung einzubeziehen und für Umweltbildung zu sorgen. So wurden beispielsweise bei der Umgestaltung von Uferbereichen und dem Einbau von Strömungslenkern für die Fischotter an Flüssen wie Luhe und Seeve örtliche Angelvereine eingebunden.

Wie wichtig es ist, Biotope zu verbinden, zeigt auch das Teilprojekt „Grünes Metropolnetz“. Querungshilfen über Straßen allein reichen nicht aus, sie müssen auch an die umliegenden Lebensräume angebunden werden. Entsprechend wurde im Teilprojekt in der Umgebung der Grünbrücke über die A7 im Norden von Hamburg eine „grüne Infrastruktur“ geschaffen, die auf die verschiedenen Ansprüche der wandernden Tierarten abgestimmt ist.

Auch in dem für den überregionalen Biotopverbund so bedeutsamen „Grünen Band“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze konnten Renaturierungsmaßnahmen an den Flüssen Rögnitz und Delvenau umgesetzt werden. Im Falle der Delvenau wurde eine hydrologische Machbarkeitsstudie erstmals im grenzübergreifenden Dialog zwischen den zuständigen Stellen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

Darüber hinaus sind Leitbilder, Konzepte und Handlungsempfehlungen entstanden, um den Biotopverbund in der Metropolregion weiter zu entwickeln. Ein Beispiel ist die „Ergebniskarte Biotopverbund“ (http://metropolregion.hamburg.de/natur-biotopverbund/). Auch werden bis Ende 2019 alle Biotopverbundplanungen im Geoportal der Metropolregion Hamburg zusammengeführt worden sein.

Damit leistet die Metropolregion Hamburg einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und verbessert gleichzeitig die Naherholungsmöglichkeiten. Die grünen Qualitäten der Metropolregion Hamburg werden weiter gestärkt.

Im Leitprojekt zum Biotopverbund hat die Metropolregion Hamburg gemeinsam mit den unterschiedlichsten Partnern knapp eine Millionen Euro in diese Biotop-Infrastruktur investiert. Das Projekt verbindet und stärkt die ökologisch wertvollen Freiräume und stellt das grenzübergreifende Handeln in den Mittelpunkt. Als federführender Kreis hat Pinneberg die Projektleitung für einen gemeinsamen Biotopverbund in der Metropolregion Hamburg übernommen. Der Regionalpark Wedeler Au e.V. hat sich um die Projektkoordination gekümmert und im Rahmen seines Teilprojekts einen „Grünen Masterplan“ entwickelt.

Im Rahmen der Abschlusskonferenz im Wedeler Rathaus sagte Pinnebergs Landrat Oliver Stolz: „Mit dem Projekt wurde eine wichtige Grundlage für eine weitere Intensivierung der länder- und gemeindeübergreifenden Abstimmung in der Metropolregion Hamburg gelegt. Das Leitprojekt Biotopverbund ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Metropolregion, der eine große Strahlkraft weit über unserer Bundesländer hinaus entwickelt. Mit diesem deutschlandweit ersten Projekt dieser Art nimmt die Metropolregion Hamburg eine Vorreiterrolle ein.“

Weitere Beteiligte im Leitprojekt „Biotopverbund in der Metropolregion Hamburg“ sind die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Landkreise Harburg, Lüneburg, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg, die Stadt Wedel und der Hamburger Bezirk Altona sowie die Kreise Segeberg, Storman und Herzogtum Lauenburg die Biosphärenreservate Niedersächsische Elbtalaue und Schaalsee-Elbe, die Stork-Foundation, die Aktion Fischotterschutz e.V. sowie die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern.

Bildmaterial unter: metropolregion.hamburg.de/pressefotos/


Rückfragen bitte an:

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Marion Köhler
Pressesprecherin
Telefon +49(0)40 42841-2604
presse@metropolregion.hamburg.de