Mensch und Natur Biosphäre – regional und nachhaltig

Nachhaltige Regionalentwicklung in der Biosphärenregion Elbe-Schaalsee

Die Niedersächsische Elbtalaue, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, und das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sollen überregional ausstrahlende Aushängeschilder der Nachhaltigkeit werden. Dieses Ziel unterstützt die Metropolregion Hamburg mit dem Leitprojekt „Biosphäre: regional und nachhaltig“. Damit nimmt sie eine Empfehlung der OECD auf, das Potenzial dieser Regionen besser zu nutzen. Mit der Übergabe des Förderbescheides durch die Niedersächsische Regionalministerin Birgit Honé an Lüneburgs Landrat Jens Böther startet das Projekt jetzt offiziell.

Bescheidübergabe für das Leitprojekt "Biosphäre: regional und nachhaltig" in Bleckede Dirk Janzen, Leitung der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue, Birgit Honé,  Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Dennis Neumann, Bürgermeister der Stadt Bleckede, Jens Böther, Landrat des Landkreises Lüneburg (v. l. n. r.)

Biosphäre – regional und nachhaltig

Die UNESCO-Biosphärenreservate in der Metropolregion Hamburg sind besondere Landschaften von internationalem Rang und bereits jetzt beliebte Urlaubs- und Naherholungsziele. Sie zeichnen sich durch ihren Artenreichtum und die Vielfalt ihrer Lebensräume aus. Es sind Kulturlandschaften, die durch die lange Nutzung des Menschen zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft geformt wurden.   

Im Projekt „Biosphäre: regional und nachhaltig“ werden Wege gesucht, den Menschen vor Ort Perspektiven für ein gutes Leben zu geben, ohne die Vielfalt von Natur und Landschaft zu zerstören. Denn der anhaltende Strukturwandel im ländlichen Raum erfordert Ideen und Konzepte, um diese Regionen langfristig zukunftsfähig zu machen. Ziel ist es, die Biosphären-Regionen zu Modellregionen der Nachhaltigkeit in ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Hinsicht zu entwickeln.

Bei der Übergabe des Förderbescheides am Fähranleger in Bleckede hob die niedersächsische Ministerin für Regionale Entwicklung, Birgit Honé, die Bedeutung einer solchen Strategie hervor: „Der Erhalt des ländlichen Raums mit attraktiven Arbeits- und Lebensbedingungen ist von großer Bedeutung für die Metropolregion Hamburg. Zum einen erfordern die europäischen und niedersächsischen Wachstums- und Klimaschutzziele neue Strategien, zum anderen verlangen Strukturwandel und demographische Entwicklung auf dem Lande entschlossenes Handeln. Durch die Zusammenarbeit von Kommunen, Biosphärenreservaten und der Wirtschaft wird ein ganzheitlicher Ansatz für die Region verfolgt. Das Projekt nimmt dabei besonders die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in den Blick.“

Die Metropolregion Hamburg fördert das Gesamtprojekt in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt über 820.000 Euro für die Laufzeit von drei Jahren. Davon fließen 425.000 Euro für zwei Teilprojekte an den Landkreis Lüneburg. Gut weitere 107.000 Euro kommen von regionalen Partnern wie dem Landkreis Lüneburg, Samtgemeinden und Ämtern, der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue, dem Bauernverband Nordostniedersachsen sowie der IHK Lüneburg-Wolfsburg.

Lüneburgs Landrat Jens Böther dazu bei der Entgegennahme des Förderbescheides: „Die Biosphärenreservate Flusslandschaft Elbe und Schaalsee können ein wichtiges Instrument dafür sein, unterschiedliche Belange, die im ländlichen Raum aufeinander stoßen, in Einklang zu bringen: die wirtschaftlichen Interessen der dort lebenden Menschen, ihr Bedürfnis nach Erholung, die Chancen, die sich aus einem verträglichen Tourismus ergeben, aber eben auch der Schutz von Natur und Umwelt. Wir freuen uns mit Unterstützung des Fachbereichs Nachhaltigkeitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg nun diese Aufgabe gemeinsam mit unseren Partnern in Angriff nehmen zu können.“

Neben mitfinanzierenden Partnern sind auch Tourismusorganisationen, die Leuphana Universität, Kammern und Verbände sowie einzelne Unternehmen in das Leitprojekts eingebunden. Ziel ist es, dauerhafte Kooperationsstrukturen zu etablieren und Lösungsansätze für nachhaltiges Handeln zu erarbeiten, die zur Nachahmung anregen können und sollen.

Teilprojekt 1: Nachhaltige Kommunalentwicklung

Im Kern geht es darum, Politik und Verwaltung gute Ideen für nachhaltiges Handeln aufzuzeigen. 17 Kommunen der Biosphärenregionen aus den vier Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Nordwestmecklenburg erhalten Unterstützung, um ihre Kommunen langfristig ökologisch, sozial und wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen. Dazu erarbeiten Projektmanagement, Studierende der Nachhaltigkeitswissenschaften der Leuphana-Universität und Kommunen Ideen, die konkrete Projekte und Förderansätze zum Ziel haben. Schwerpunktthemen sind die nachhaltige Energieversorgung, die Entwicklung der Ortskerne und die Bioökonomie. Ergebnisse können die Erprobung neuer Technologien oder digitaler Anwendungen, bauliche Maßnahmen oder die Gründung gemeinnütziger Institutionen sein.

Teilprojekt 2: Qualitätsinitiativ Nachhaltiger Tourismus

Im Biosphärenband Elbe-Schaalsee wird der Umbau der Tourismusbranche zu nachhaltigen, klima- und umweltfreundlichen Angeboten im Gastgewerbe vorangetrieben. Hier sollen für den Naturtourismus Angebote und Qualitätsverbesserungen in den Bereichen Beherbergung, Gastronomie und Erlebnis geschaffen werden. Die Ausgangslage zeigt, dass es Nachfrage für mehr nachhaltige Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe gibt. Ein Beratungsangebot soll bei Unternehmern ein Bewusstsein für qualitativ hochwertigen, nachhaltigen und sanften Tourismus schaffen. Ein weiteres Ziel sind Verbesserungen der Mobilitätsangebote für Gäste.

Durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim wird ein drittes Teilprojekt betreut: Ein Wechsel zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft soll im Biosphärenband Elbe-Schaalsee ein Baustein für mehr Klimaschutz, Biodiversität und einer besseren regionalen Versorgung sein. 

Hintergrund:

Deutschlandweit gibt es 16 UNESCO-Biosphärenreservate. Mehr als die Hälfte ihrer Fläche liegt in der Metropolregion Hamburg zwischen Nordsee, Elbe und der Schaalsee-Region. Biosphärenreservate sind Regionen, in denen nicht nur die Natur bewahrt wird, sondern auch wirtschaft­liche, soziale und kulturelle Ziele verfolgt werden. Sie sollen sich weiter entwickeln und an die moderne Arbeitswelt anpassen. In der Metropolregion Hamburg gibt es besonders im Ländlichen erhebliche Her­ausforderungen wie Abwanderung und die Versorgung der Bevölkerung mit Bildung, Nahverkehrs- und Kulturangeboten. Aber es gibt auch Potenziale, die es zu nutzen gilt. Wertvolle Landschaften wie die Flusslandschaft Elbe und die Schaalsee-Region gehören zu wichtigen Potenzialen der Peripherie, aber auch der Metropolregion insgesamt. Sie bereichern durch eine hohe Lebensqualität und sind ein wichtiger Standortfaktor für die in der Metropolregion lebenden 5,3 Millionen Menschen. Ihre Vermarktung sowie Weiterentwicklung und gleichzeitiger Erhalt von Natur und Landschaft sind wichtige Aufgaben für die Zukunft.

Die Projektpartner in Niedersachsen:

Landkreis Lüneburg

Landkreis Lüchow-Dannenberg

Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue

Samtgemeinde Dahlenburg

Samtgemeinde Elbtalaue

Samtgemeinde Gartow

Samtgemeinde Lüchow (Wendland)

Gemeinde Amt Neuhaus

Samtgemeinde Ostheide

Samtgemeinde Scharnebeck

Stadt Bleckede

Bauernverband Nordost Niedersachsen

IHK Lüneburg-Wolfsburg

Flusslandschaft Elbe GmbH

Tourismuskoordination Lüchow-Dannenberg

Leuphana Universität Lüneburg

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

 


Bildmaterial unter: metropolregion.hamburg.de/pressefotos/

Rückfragen unter

Marion Köhler

Pressesprecherin

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
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