Presseinformation Radschnellwege - Perspektiven für die Metropolregion Hamburg

Teilprojekt des Leitprojektes „Regionale Erreichbarkeitsanalysen“

Die Metropolregion Hamburg engagiert sich im Rahmen ihres Leitprojektes „Regionale Erreichbarkeitsanalysen“ auch für die Förderung des Radverkehrs und möchte in den kommenden Monaten erste geeignete Strecken für Radschnellwege identifizieren. Im Rahmen einer Fachveranstaltung wurden erste Auswertungsergebnisse vorgestellt und erfolgreiche Radschnellwege-Aktivitäten aus Göttingen und dem Ruhrgebiet präsentiert.

Radschnellwege

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Radschnellwege sind geeignet, Pendler mit Arbeitswegen von zehn bis zwanzig Kilometern zum Umstieg aufs Fahrrad zu bewegen. Sie sind in der Regel vier Meter breit und können in beiden Richtungen befahren werden. Auf ihnen fahren Radler zügig, sicher, komfortabel und nach Möglichkeit bevorrechtigt. Sie erschließen neue Strecken vom Umland ins Zentrum, zwischen Städten oder Stadtteilen oder zu Bahnhaltepunkten.

Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin stelle aber noch weitere positive Nebeneffekte heraus: Neben der Senkung der Luftbelastung und verringerter CO2-Emission werden durch die gut sichtbaren und breiten Wege die Unfallkosten insgesamt gesenkt. Auch birgt das Umdenken in Richtung Radschnellwege Chancen für städtebauliche Umgestaltungen.

Vorbilder für die weitere Planung in der Metropolregion Hamburg sind Regionen wie das Ruhrgebiet oder die Stadt Göttingen mit ihrem eRadschnellweg. Dieser entstand im Rahmen eines Förderprojekts des Schaufensters Elektromobilität Niedersachsen. Für den Radschnellweg Ruhr liegt derzeit eine Machbarkeitsstudie vor. Er soll zukünftig auf einer Strecke von 100 Kilometern zehn Städte und vier Universitäten miteinander verbinden. Die Routen sind so gewählt, dass nur knapp acht Prozent der Wege neu gebaut werden müssten. Innerhalb eines Einzugsbereiches von zehn Kilometern leben dort 1,8 Millionen Menschen, die als Nutzer infrage kommen.

Das im kommenden Jahr vorliegende Radschnellwege-Konzept für die Metropolregion Hamburg analysiert Korridore für potenzielle Radschnellwege. Dafür wurden in einem ersten Schritt entlang fünf beispielhafter Korridore in einem Radius von zehn Minuten Fahrtzeit ermittelt, wo die meisten Menschen an die Strecke angebunden werden können. Dabei im Fokus stand die Verbesserung der Erreichbarkeit von wichtigen täglichen Zielen wie dem Arbeitsplatz und dem Wohnort. Wichtige Aspekte sind  auch die Anbindung der Bahnhöfe und den Anschluss an die Velorouten in Hamburg.

Analysiert wurden auf Vorschlag der Projektpartner zunächst die Strecken:

  • Bad Oldesloe       –             Hamburg-Wandsbek (entlang der Veloroute 6)
  • Norderstedt         -              Hamburg-Flughafen
  • Elmshorn              Tornesch               Pinneberg             Hamburg Holstensstraße (entlang der Veloroute 2)
  • Winsen  -              Harburg
  • Tostedt                  -              Harburg

Dabei deutet sich an, dass auf den Strecken von Norderstedt und Pinneberg in Richtung Hamburg die meisten Menschen von einem Radschnellweg profitieren würden. Insgesamt könnte die Erreichbarkeit von Wohnort und Arbeitsplatz durch Radschnellwege um rund 30 Prozent verbessert werden, so Marcus Peter vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik an der Technische Universität Hamburg-Harburg, das die wissenschaftlichen Hintergrunddaten für das Projekt ermittelt hat.

Hintergrund: Im Juni 2014 hat die Metropolregion Hamburg ein großes Leitprojekt in der Metropolregion Hamburg auf den Weg gebracht, die „Regionalen Erreichbarkeitsanalysen“. In fünf Teilprojekten werden neben dem Radschnellwege-Konzept ein Erreichbarkeitsatlas erstellt und ein Wohn- und Mobilitätskostenrechner entwickelt. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von über 530.000 Euro und wird mit über 425.000 Euro zu 80 Prozent aus Mitteln der Förderfonds der Metropolregion Hamburg realisiert.

Weitere Infos unter:  www.metropolregion.hamburg.de/mobilitaet

Rückfragen unter:
Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Marion Köhler
Pressesprecherin
Tel.: +49(0)40 42841 2604
E-Mail: presse@metropolregion.hamburg.de
www.metropolregion.hamburg.de

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