Neue Energien Metropolregion Hamburg - Neue Energien

Regenerative Energien Metropolregion Hamburg

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Die Branche
Saubere Energie aus dem Norden

Die Branche der erneuerbaren Energien entwickelt sich rasant. In der Metropolregion entstehen Spitzentechnologien mit international gutem Ruf. Stetige Winde und offene Landschaften zwischen Elbe, Nord- und Ostsee bieten dabei optimale Bedingungen für die Windenergie.

Auch die Land- und Forstwirtschaft wird immer stärker in die Energieproduktion aus Biomasse einbezogen. Das Handwerk trägt vor allem in den Bereichen Vertrieb, Installation und Wartung von Anlagen zur Wertschöpfung bei. Einen immer größer werdenden Marktanteil erobern sich auf erneuerbare Energien spezialisierte Stromhändler aus der Metropolregion, wie die Lichtblick AG oder die GREENPEACE energy eG. Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Die Unternehmen in der Metropolregion erwarten zunehmende Exportquoten in den kommenden Jahren.

Schwerpunkte
Frischer Wind

Windenergie
vergrößern Verlandung eines Gründungskörpers Verlandung eines Gründungskörpers (Bild: Cuxhaven Steel Construction GmbH) Die Die Metropolregion zwischen Nord- und Ostsee ist ein naturgegebener Standort für Windenergieanlagen. An der Nordseeküste hat sich eine hohe Konzentration von Unternehmen und Einrichtungen der Windkraftwirtschaft entwickelt. Dazu gehören Hersteller von Windkraftanlagen, Dienstleister und Zulieferer. Der zweitgrößte Hersteller von Windenergieanlagen, die REpower Systems AG, und die PNE Wind AG, die international Windparks projektiert und betreibt, sowie die neue Siemens Division Wind Power haben ihren Sitz in der Metropolregion.

Die Entwicklung der Offshore-Basen Cuxhaven und Brunsbüttel sind eine große Chance zur ökonomischen Stärkung des Wirtschaftsstandortes in der Region. Von hier aus sind die Offshore-Windparks in der Nordsee optimal erreichbar.

Cuxhaven mit seiner ausgezeichneten geographischen Lage und optimalen Verkehrsanbindungen (direkter Autobahn- und DB-Anschluss / nahegelegener Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz) hat sich für die Herausforderungen der Offshore-Windindustrie gut gerüstet. Der Aufbau einer einzigartigen Infrastruktur – wie dem Bau einer speziellen Offshore-Schwerlastplattform für die Verladung von schweren Gütern und Komponenten (90t/qm), den Offshoreterminals I und  II sowie der Cuxport-Mehrzweckumschlagsanlage hat Offshore-Unternehmen wie die Cuxhaven Steel Construction GmbH (Hersteller von Gründungskörpern) sowie die AMBAU GmbH (Turmhersteller) dazu veranlasst,  am Offshore-Standort Cuxhaven ihre Produktion aufzunehmen. Weitere Ansiedlungen – u.a. der STRABAG Offshore Wind GmbH - sind derzeit in Planung. Neben optimalen Voraussetzungen für die Produktion, Logistik, Service und Wartung von Offshore-Komponenten hat sich der Standort Cuxhaven auch im Bereich der Aus- und Fortbildung von Offshore-Fachkräften, im Bereich des Offshore-Sicherheitstrainings sowie mit dem DEWI-OCC Offshore Certification Centre auch im Bereich der Zertifizierung von On- und Offshore-Windenergieanlagen etabliert.

Die Hafengesellschaft Brunsbüttel mbH schlägt seit 2004 Windkraftanlagen in Brunsbüttel um. In 2006 hat sie zum Beispiel für REpower die erste 5MW Anlage zum Offshore-Probebetrieb angelandet. Der Transport war logistisch eine große Herausforderung und echte Pionierarbeit. Bis zu 10.000 Offshore-Windkraftanlagen in 92 Windparks sollen zukünftig in der deutschen Nordsee errichtet. Mit der Zielsetzung den Betreibern der Offshore-Windparks ein allumfassendes maritimes Angebot zur Installation und Versorgung der Windparks zu offerieren, haben die Hafenstandorte Brunsbüttel, Büsum, Husum, Helgoland, Wyk auf Föhr, Dagebüll, Rendsburg-Osterrönfeld, Hörnum und List eine Kooperation vereinbart. Durch die Vernetzung der Häfen können die Kunden die Leistungen aller Hafenstandorte nutzen.

Die 1990 gegründete und fachlich weit anerkannte Windtest Kaiser-Wilhelm-Koog GmbH unterstützt die Windstromerzeugung insbesondere durch Messungen und Zertifizierung der Anlagen. Um die Erforschung der Offshore Windenergienutzung voran zu bringen, unterstützt die Landesregierung Schleswig-Holstein den Bau, die Errichtung und den Betrieb der Forschungsplattform NEPTUN - FINO 3 in der Nordsee.

Biogas
Eine Vielzahl von Biogasanlagen, insbesondere Hofanlagen mit bis zu 500 kW, aber auch große Gemeinschaftsanlagen mit über 1,5 MW, sind in den vergangenen Jahren in der Metropolregion Hamburg entstanden. Mitte 2009 wurden fast 240 Anlagen mit einer Leitung von mindestens 100 kWel mit einer Gesamtleistung von mehr als 150 MWel betrieben.

Die zumeist mit nachwachsenden Rohstoffen versorgten Anlagen sichern den Landwirten eine neue Einnahmequelle und somit den Bestand der landwirtschaftlichen Betriebe. Das Biomassekraftwerk der NovusEnergy GmbH im ChemCoast Park Brunsbüttel ist ein Beispiel. Rund 60 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie soll das Kraftwerk jährlich ins öffentliche Netz einspeisen.

Zukünftig werden diese Anlagen nicht mehr vorrangig nur Strom und Wärme produzieren, sondern ihr aufbereitetes Gas in die Netze speisen bzw. in regenerativen Treibstoff umwandeln. In den Landkreisen Rotenburg (Wümme) mit ca. 60 und Heidekreis mit 77 Anlagen befinden sich die Schwerpunkte der Biogaserzeugung in der Metropolregion.

Mit der BIOWATT Energy GmbH, der MT-Energie GmbH und dem Blockheizkraftwerksbauer Dreyer & Bosse gibt es in der Region auch Beispiele kompetenter Partner für die Planung und den Bau neuer Anlagen.

Solarenergie
In der Metropolregion finden Solartechnik-Unternehmen gute Bedingungen für Produktion und Vermarktung, nicht zuletzt aufgrund der Förderung alternativer Energien durch das Klimaschutzkonzept der Hansestadt Hamburg. Die Conergy Deutschland GmbH zählt mit zu den weltweit führenden Solarunternehmen. Die Produktpalette umfasst den gesamten Bereich der regenerativen Energiesysteme zur Produktion von Strom, Wärme oder Kühlung aus Sonnenlicht. Sharp Electronics unterstützt durch die Europazentrale die neue Klimaschutzpolitik unter der Initiative „Hamburger Dach“. Die Aurubis  AG entwickelt über ihre Tochter CIS Solartechnik GmbH flexible kupferbasierte Solarzellen. Aus Wismar vertreibt die Firma CENTROSOLAR seine Solarmodule in alle Welt.

Biokraftstoffe
Erneuerbare Energien spielen auch im Kraftstoffbereich eine immer stärkere Rolle. Aufgrund der Nähe zu regionalen Beschaffungsmärkten und einer guten Verkehrsanbindung über Straße, Schiene und Wasser bieten die ländlichen Regionen der Metropolregion geeignete Standorte für Anlagen zur Herstellung von Bio-Ethanol, Biodiesel und BTL-Kraftstoffen (biomass-to-liquid). In Jameln im Landkreis Lüchow-Dannenberg befindet sich die erste Biogastankstelle Deutschlands, betrieben durch die örtliche Raiffeisen Genossenschaft.

Hot-spot Wendland

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat sich nachhaltige Entwicklung in sein Kreisentwicklungskonzept geschrieben. Dies baut auf einer Vielzahl von erfolgreichen Einzelprojekten auf, wie zahlreichen Biogasanlagen, Tankstellen für Biogas oder sich energetisch selbstversorgenden Dörfern. Das neue Konzept sieht vor, die Akteure, darunter einige Klein- und Mittelbetriebe im Bereich regenerativer Energien, stärker miteinander zu vernetzen und Kontakte zur Wissenschaft herzustellen. Die Energiemanagementagentur EMMA berät öffentliche und private Bauträger bei Neubau- oder Sanierungsvorhaben.

Ganze Dörfer auf Kurs Natur

Das Regionale Klimaschutzkonzept für Westmecklenburg sieht die Erschließung naturräumlicher Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Energien ausdrücklich vor. So sind im Rahmen des Projekts "(Bio)EnergieDörfer als Daseinsvorsorge in Mecklenburg-Vorpommern" bis jetzt schon 16 (Bio)EnergieDörfer entstanden. Weitere Interessenten arbeiten an einer Umsetzung. Eine (Bio)EnergieDorf hat zum Ziel, seinen Wärme- und Strombedarf überwiegend oder vollständig aus regenerativen Energien zu gewinnen. 

Bildung, Forschung und Entwicklung
Neue Power

vergrößern Studierende des dritten Studiengangs, Professoren und Geschäftsleitung der Akademie für erneuerbare Energien Studierende des dritten Studiengangs, Professoren und Geschäftsleitung der Akademie für erneuerbare Energien (Bild: Wirtschaftsförderung Lüchow-Dannenberg)
Rund 30 Hamburger Unternehmen betreiben in eigenen Einrichtungen Forschung und Entwicklung oder arbeiten mit den Hochschulen und Instituten in der Metropolregion zusammen. Im Forschungsschwerpunkt „Lifetec Process Engineering“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) sind Projekte zur Vergärung feuchter und zur Direktverflüssigung trockener Biomasse angesiedelt. Der Forschungsschwerpunkt gehört zum »Biogas-Crops-Network«, dem sich zehn Hochschulinstitute angeschlossen haben. An der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) wird sowohl zur Nutzung von Biomasse in Wärmekraftanlagen als auch zu Fundamenten für Offshore-Windenergieanlagen geforscht. An der Helmut-Schmidt-Universität wird die Netzintegration von erneuerbaren Energieerzeugern untersucht.

Der Innovations-Inkubator der Leuphana Universität Lüneburg und des Landes Niedersachsen forschen im Bereich nachhaltige Energie in den Projekten "Plattform zur nachhaltigen Biokerosin-Produktion", "Energion" und "Thermische Batterie".
Das Team der "Plattform zur nachhaltigen Biokerosin-Produktion" entwickelt ein Konzept, wie sich Flugzeugkraftstoff wirtschaftlich tragfähig sowie ökologisch und sozial nachhaltig herstellen lässt.
Das Projekt "Energion" untersucht, wie sich Strom aus erneuerbaren Energien mithilfe von Wasserstraßen speichern und in der Region verteilen lässt. Dazu arbeiten die Forscher mit Stadtwerken und Energieversorgern aus dem Projektgebiet zusammen.
In der Energieversorgung geht der Trend weg von großen zentralen Kraftwerken, hin zu kleineren dezentralen und privaten Stationen. Das Projekt "Thermische Batterie" entwickelt daher einen neuen chemischen Wärmespeicher für Privathaushalte.

Nördlich der Elbe haben sich Hochschulforschungseinrichtungen aus Heide/Westküste, Flensburg und Kiel zu einem Kompetenzzentrum (CEwind) zusammengeschlossen. Ziel des Kompetenzzentrums ist die Schaffung einer Struktur, mit der Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Fragestellungen der Windenergienutzung in Kooperation mit Unternehmen bearbeitet und umgesetzt werden können.

Auf dem Gebiet der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie betätigen sich wissenschaftliche Einrichtungen in Geesthacht, Kiel und Lübeck.  Auf dem Gelände der Fachhochschule Lübeck arbeitet das Kompetenzzentrum für Wasserstoff und Brennstoffzellen mit der Zielsetzung, über die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft Innovationen in der Anwendungstechnik der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu entwickeln, und eine wirtschaftliche Nutzung mit neuen Produkten zu erreichen.

In Lüchow werden über ein Fernstudium Absolventen und Fachkräfte durch einen Masterstudiengang und viele weitere Fortbildungsangebote in der Akademie für erneuerbare Energien qualifiziert. Der Studiengang wird im Auftrag der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) von der Akademie in Lüchow durchgeführt. Dadurch können während der Präsenzphasen  vor Ort neuste technologische Entwicklungen durch Besichtigung diverser Erneuerbarer Energieformen in die Lehre einbezogen werden.


Für den Bereich der Offshore-Windindustrie bietet das Offshore-Kompetenzzentrum Cuxhaven BOSIET äquivalente Sicherheitsausbildungen sowie Qualifizierungsangebote aller Art - vor allem für nichtnautische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - der Offshore-Branche an.

Wirtschaftsförderung
Netzwerke

vergrößern Beratungsgespräch (Bild: MRH) Südlich der Elbe verknüpft das Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe (3N) die Aktivitäten im Bereich nachwachsender Rohstoffe und Bioenergie. In diesem Netzwerk arbeiten die verschiedenen Akteure der Bereiche „Forschung und Entwicklung“, „Qualifizierung, Weiterbildung und Versuchswesen“ mit dem 3N-Kompetenzzentrum zusammen. Das Netzwerk dient dem Informations- und Wissenstransfer, der Nutzung von Synergieeffekten, der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaft und dem Kompetenzverbund.

In Schleswig-Holstein haben die Fachhochschulen Kiel, Flensburg und Lübeck sowie die Universitäten Kiel und Flensburg ein Netzwerk „Kompetenzzentrum Biomassenutzung“ in Schleswig-Holstein aufgebaut. Dieses ist in vier Arbeitsbereiche unterteilt: „Landwirtschaftliche Produktion, Stoffflüsse und Verwertung“, „Extraktion von Wertstoffen“, „Prozesstechnik“ und „Energiewirtschaft“. Dieses Netzwerk verfolgt die gemeinsame Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die Stärkung der regionalen Wirtschaft im Sinne des Technologietransfers und die Intensivierung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Die Netzwerkagentur für Windenergie windcomm schleswig-holstein ist ein Projekt der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland und der egeb Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel. Windcomm übernimmt das Clustermanagement für die gesamte schleswig-holsteinische Windenergiebranche, insbesondere an der Westküste. Windcomm unterstützt die Ansiedlung von Unternehmen und Institutionen im Bereich der Windenergien, die Bündelung von Kompetenzenund die Initiierung und Koordinierung von Projekten.

Im Herbst 2010 wurde der Verein zur Förderung des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg gegründet, in dem sich schon über 110 Unternehmen aus Hamburg und dem Umland engagieren. Vor allem im Dienstleistungssektor bilden die Unternehmen in Hamburg einen Schwerpunkt. Viele auch international tätige Firmen haben hier ihre Verwaltung und Entwicklungsabteilungen. Daneben spielen auch Finanzdienstleistungen, die Vermarktung und der Vertrieb von Energie oder die Zertifizierung der Quellen eine wichtige Rolle. Seit Januar 2011 setzt die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH die Strategien der Unternehmen und der Stadt um.

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