Regionalkonferenz 2019 Segel setzen für eine starke Region - OECD Studie zur Regionalentwicklung in der Metropolregion Hamburg


Regionalkonferenz der Metropolregion Hamburg am 23. September 2019 in Seevetal zu dem Thema: OECD Studie zur Regionalentwicklung in der Metropolregion Hamburg

Die Metropolregion Hamburg hat ihre Position zur Nutzung globaler Zukunftschancen untersuchen lassen. Jetzt wurde das Gutachten mit seinen Handlungsempfehlungen von der OECD veröffentlicht und im Rahmen der Regionalkonferenz der Metropolregion Hamburg am 23. September im niedersächsischen Seevetal vorgestellt.

Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil hat die Konferenz eröffnet und sagte in seinem Grußwort: “Die Entwicklung in der Metropolregion Hamburg ist für ganz Norddeutschland von Bedeutung und das gilt auch für Niedersachsen insgesamt. Der OECD-Bericht bringt Stärken und Schwächen klar auf den Punkt. Niedersachsen wird engagiert daran mitwirken, die Metropolregion Hamburg insgesamt noch stärker zu machen. Herzlichen Dank an die OECD - das Gutachten ist eine gute Grundlage für die weitere Arbeit in der Metropolregion.“

Ludger Schuknecht, Stellvertretender Generalsekretär der OECD sagte in seiner Einführung: „Um den Erfolg dieser dynamischen Metropolregion langfristig zu sichern, empfiehlt die OECD: Think big! In größeren Kategorien zu denken, grenzüberschreitend zu planen und zu kooperieren - darin liegt der Schlüssel, um die Metropolregion Hamburg noch erfolgreicher, attraktiver und nachhaltiger zu gestalten.“

Die OECD beleuchtet in dem Gutachten, wie die Metropolregion Hamburg im internationalen Vergleich in Bereichen der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit aufgestellt ist.

Sie gibt Empfehlungen, die helfen sollen, die Potenziale in der Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit besser zu nutzen, einen beschleunigten Wachstumspfad einzuschlagen und die Lebensqualität der in der Region lebenden Menschen zu erhöhen. Dabei erachtet die OECD sechs Handlungsschwerpunkte als vorrangig: Innovation, Bildung und Fachkräfte, Digitalisierung, Wohnraum- und Verkehrsplanung, erneuerbare Energien sowie Kultur- und Tourismusmarketing.

Neben der ausführlichen Analyse gibt die OECD mit ihren Handlungsempfehlungen Impulse für eine langfristige positive Entwicklung der gesamten Region. Diese richten sich im Wesentlichen auf die Überwindung der politischen Fragmentierung:

So empfiehlt sie, in größeren inhaltlichen Kategorien, ambitioniert und grenzüberschreitend zu denken und Kräfte und Finanzmittel über die vier Länder hinweg zu bündeln. Sie fordert die Metropolregion Hamburg auf, diese gemeinsamen Maßnahmenbündel rasch und wirksam umzusetzen. Die OECD bescheinigt der Region eine einzigartige strategische Lage entlang des Transport- und Handelskorridors von Oslo über Göteborg und Kopenhagen nach Hamburg. Sie empfiehlt, die Zusammenarbeit mit dieser Region zu verstärken.

Im Schwerpunktthema Innovation unterstreicht die OECD das Potential der Metropolregion Hamburg zu einer global führenden Rolle im Bereich erneuerbaren Energien. Die OECD wertet die länderübergreifende Zusammenarbeit in Wirtschaftsclustern wie Luftfahrt und erneuerbaren Energien als ausgezeichnet. Hier empfiehlt sie eine gemeinsame Fokussierung, um Synergien auszuschöpfen und die Region international attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Sie rät zu einer stärkeren Zusammenarbeit in Form einer regionalen Innovationsstrategie.

Um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln, kommt es der OECD entscheidend darauf an, stärker in Bildung und Fachkräfte zu investieren. Dazu schlägt sie vor, die Forschungs- und Entwicklungsaktivität zu steigern und Wissenschaft und Wirtschaft stärker zu verzahnen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, beheimatet die Region doch zahlreiche führende Forschungsinstitute wie den European XFEL und verfügt über eine dynamische Start-Ups Szene.

Im internationalen Vergleich bietet die Metropolregion eine bessere Breitband-Grundversorgung als Regionen wie Barcelona oder Göteborg. Allerdings herrscht zwischen Stadt und Land noch ein Ungleichgewicht. So reichen die Empfehlungen im Schwerpunktthema Digitalisierung vom besseren Breitbandausbau im ländlichen Raum über Qualifizierungsangebote für Arbeitnehmer und Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu und digital gestützten öffentlichen Dienstleistungen und intelligenten Verkehrssystemen.

Im Schwerpunktthema Planung liegt der Fokus der OECD auf den Bereichen Wohnen und Verkehr. Obwohl die Raumplanung in den vier Ländern der Metropolregion auf verschiedenen Verwaltungsebenen erfolgt, würde eine integrierte Wohnungsbau- und Verkehrsplanung helfen, zukünftig den Anforderungen des Wohnungsmarktes und der Verkehrsentwicklung besser gerecht zu werden.

Die Lebensqualität in der Region wird als relativ hoch und vielfach besser als in anderen Regionen der OECD bewertet. Bei der Vermarktung der Region sollten laut OECD insbesondere die Vielfalt betont werden, die Stadt und Land bieten. Eine gemeinsame Strategie könne Tourismus und nachhaltige Mobilitätsplanung miteinander verbinden, um ein gemeinsames Marketing für alle Gebiete der Metropolregion Hamburg zu entwickeln.

 

Das komplette OECD-Gutachten erhalten Sie unter: https://www.oecd-ilibrary.org/urban-rural-and-regional-development/oecd-berichte-zur-regionalentwicklung-metropolregion-hamburg-deutschland_6843d6f0-de

Die Kurzfassung ist online verfügbar unter: http://www.oecd.org/berlin/publikationen/regionalentwicklung-metropolregion-hamburg.htm


Bildmaterial finden Sie unter: http://metropolregion.hamburg.de/pressefotos

Weitere Stimmen aus der Metropolregion Hamburg:

Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident:
„In Zeiten des Klimawandels bietet es sich an, vor allem die Potentiale der Windenergie noch stärker zu nutzen. Neben dem weiteren Ausbau der Energieerzeugung kann vor allem auch die Entwicklung einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft neue Perspektiven eröffnen, gerade auch in industrieller Hinsicht. Die Voraussetzungen dafür sind in der Metropolregion besonders gut.

Die maritime Wirtschaft bleibt ein Markenzeichen der Metropolregion. In diesem Wachstumssektor gibt es sicher noch Potential für eine bessere Zusammenarbeit. Niedersachsen ist dazu gerne bereit.

Hamburg bleibt dabei der starke Mittelpunkt der ganzen Region. Es wird darauf ankommen, die Verkehrsinfrastruktur so anzupassen, dass die Verbindungen zum Umland deutlich verbessert werden. Das gilt gerade auch für den ÖPNV.“

Andreas Rieckhof, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und Vorsitzender des Regionsrats der Metropolregion Hamburg:
„Die OECD bescheinigt der Metropolregion Hamburg das Potenzial, ein Weltmarktführer im Bereich erneuerbare Energien werden zu können. Wir legen unseren Fokus einer engeren Zusammenarbeit im Bereich Innovation auf dieses Schwerpunktthema. Wir wollen hier entschlossen handeln und die Chancen Norddeutschlands nutzen. Die Träger der Metropolregion haben deshalb vereinbart, eine aus der norddeutschen Wasserstoffstrategie abgeleitete Strategie in den Themenfeldern erneuerbare Energien und Wasserstoff auszuarbeiten, um den technologischen Fortschritt und innovative Technologien zu fördern und einen aktiven Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.“

Kristina Herbst, Staatssekretärin im Ministerium für Inneres,
ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein:

„Wir greifen in Schleswig-Holstein aktiv den Vorschlag der OECD zur Realisierung eines institutionalisierten Planungsverbandes in der Metropolregion Hamburg auf und wollen gemeinsam mit den Partnern in den drei anderen Ländern einen Planungsverbund aufbauen. Er soll zunächst als Austauschplattform, z.B. für die Wohnungsbaupolitik, in der Metropolregion Hamburg eingerichtet werden und greift nicht in die bestehenden Raumordnungskompetenzen in der MRH-Gebietskulisse ein.“

Dr. Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern: 
„Als hochgradig bedeutsam werden wir die Empfehlung der OECD aufgreifen, die Themen ÖPNV-Tarifeinheit und Leistungserweiterung näher zu betrachten. Unter Berücksichtigung des Tarifgefüges der Verkehrsverbünde ist es Ziel, eine möglichst einheitliche Tarifgestaltung zu schaffen beziehungsweise den Übergang zwischen den Tarifzonen reibungslos zu gestalten. Model sollte die HVV-Tarifausweitung sein, wie sie auf der Schiene nach Niedersachsen begonnen wurde.“

Kerstin Weiss, Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg: 
„Als Vorläufer einer gemeinsamen Marketingkampagne, die für Attraktionen in und um Hamburg wirbt, kann die gemeinsame Tagestourismuskampagne der Metropolregion angesehen werden. Die hier eingeübte metropolregions- und institutionsübergreifende Kooperation sowie die gemachten Erfahrungen sind eine solide Basis für die Weiterentwicklung dieses Handlungsfeldes.“

Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer UVNord und
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Initiative pro Metropolregion Hamburg e.V.:

"Die OECD weist auf die vielen ungenutzten Wachstumsmöglichkeiten der Metropolregion Hamburg gegenüber vergleichbaren Regionen hin. Dieser Rückstand droht größer zu werden, wenn nicht konsequent Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dafür liegen die wirkungsvollsten Politikfelder bei den Ländern, die ihre einzelnen Strategien und Planungen auf die Metropolregion Hamburg zusammenführen und zuschneiden müssen. Die OECD liefert dazu wertvolle und umsetzbare Vorschläge. Die Wirtschaft der Metropolregion Hamburg erwartet, dass gemeinsam die Chancen ergriffen werden, eine durchgreifende Trendwende bei der wirtschaftlichen Entwicklung einzuleiten und Vorreiterpositionen zu erlangen. Dazu sind ein klares Bekenntnis der politischen Führung zu einer gemeinsamen ambitionierten Vision der Metropolregion und rasch wirkungsvolle wirtschaftspolitische Maßnahmen erforderlich."


Rückfragen bitte an:
Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Marion Köhler
Pressesprecherin
Telefon +49(0)40 42841-2604
presse@metropolregion.hamburg.de

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