Mehr.Wert: Daten für mehr Gleichstellung
Wie unterscheiden sich die Lebensverhältnisse von Frauen und Männern in der Metropolregion Hamburg? Das Leitprojekt Mehr.Wert schafft dafür eine gemeinsame Datengrundlage – sichtbar, verlässlich und nutzbar für die kommunale Praxis.
Mehr.Wert entwickelt ein Genderdatenmonitoring für die Metropolregion Hamburg. Dafür bündelt das Projekt geschlechterdifferenzierte und gleichstellungsrelevante Daten aus öffentlichen Quellen. Künftig sind sie zentral im Geoportal der Metropolregion Hamburg abrufbar. Ziel ist eine verlässliche und dauerhaft nutzbare Datengrundlage für Kommunen und weitere Akteurinnen und Akteure. Die Daten machen Ungleichheiten sichtbar. Sie helfen Politik und Verwaltung, Entwicklungen zu erkennen und Maßnahmen gezielt auf die unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern auszurichten.
Der Mehrwert des Projekts zeigt sich in der praktischen Anwendung der Daten. Das Genderdatenmonitoring deckt neun Themenfelder ab und bietet damit eine breite Grundlage für die kommunale Praxis. Kreise und kreisfreie Städte erhalten so relevante Daten, ohne eigene Erhebungen durchführen zu müssen. Ein Beispiel: Pflegedaten zeigen, wie sich die Zahl pflegebedürftiger Frauen und Männer sowie die Pflegeformen vor Ort entwickeln.
Daraus lassen sich künftige Bedarfe ableiten und bestehende Versorgungsangebote gezielt weiterentwickeln.
Initiiert hat Mehr.Wert das Netzwerk Frauen in der Metropolregion Hamburg. Projektträger ist der Kreis Stormarn, die Mitgliedskommunen sind eng eingebunden. Eine Projektarbeitsgruppe steuert das Vorhaben gemeinsam mit Gleichstellungsbeauftragten aus allen (Land-)Kreisen und kreisfreien Städten der Metropolregion Hamburg.
Seit dem Projektstart Anfang 2025 ist viel passiert: Mit einer Auftaktveranstaltung und einem Akteursmapping wurden kommunale Akteurinnen und Akteure einbezogen und die Bedarfe der Regionen erfasst. Anschließend wurden vorhandene Daten und Datenquellen analysiert und geeignete Quellen ausgewählt. Eine große Befragung klärte, wie die Daten im Geoportal künftig dargestellt und genutzt werden sollen.
Aktuell integriert das Projekt die Daten gemeinsam mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung technisch in das Geoportal. So werden sie öffentlich abrufbar. Die zentrale und geprüfte Bereitstellung erleichtert den Zugang und entlastet die Verwaltungen. Relevante Daten und Indikatoren stehen so schnell und übersichtlich für die gleichstellungspolitische Arbeit zur Verfügung.
2027 erscheint der erste Genderdatenreport der Metropolregion Hamburg. Er analysiert die Daten des Monitorings systematisch, zeigt Entwicklungen, Unterschiede und Potenziale auf und benennt Handlungsfelder. 2027 steht außerdem der Transfer in die kommunale Praxis im Mittelpunkt. Ein Handbuch zur Nutzung und Auswertung der Daten sowie Transferworkshops sollen Kommunen dabei unterstützen, das neue Datenangebot kennenzulernen und für die eigene Arbeit zu nutzen.
Das Genderdatenmonitoring schafft eine gemeinsame Datengrundlage und stärkt die datenbasierte Gleichstellungsarbeit in der gesamten Metropolregion Hamburg.
Kontakt: Gesa Homann, Projektkoordinatorin: g.homann@kreis-stormarn.de