Lübeck zeigt Ausstellung zur Grenzgeschichte
In der Zeit vom 18. April bis zum 14. Oktober 2026 wird in der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup die Ausstellung „Gewachsen. Geteilt. Geeint. Grenzgeschichte(n)“ gezeigt. Sie führt vor Augen, wie die Metropolregion Hamburg durch historische Entwicklungen wie die deutsche Teilung geprägt ist. Sie erzählt von der einstigen wirtschaftlichen Verflechtung der Region und den Auswirkungen der Teilung auf Mensch, Wirtschaft und Natur. Sie zeigt das Zusammenwachsen nach der Wiedervereinigung und wagt einen Blick in die Zukunft.
Ausstellung zur deutschen Teilung in der Metropolregion Hamburg
Lübeck-Schlutup war Deutschlands nördlichster Grenzübergang und der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die Grenze erstreckte sich von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und verlief über weite Strecken entlang der beiden Flüsse Trave und Wakenitz.
Welche historischen Verflechtungen und Handelsströme haben die Region vor der deutschen Teilung geprägt und welche Konsequenzen hatte die Grenzziehung für die Region und die Großstädte Hamburg und Lübeck? Es geht um das Leben entlang der zunächst noch durchlässigen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg, die dann weiter zu einer fast unüberwindbaren und tödlichen Grenze zwischen den deutschen Staaten ausgebaut wurde.
Hier standen sich zwei politisch und wirtschaftlich konkurrierende Systeme am „Eisernen Vorhang“ gegenüber und damit auch völlig unterschiedliche Lebenswelten. Was bedeutete es, mit und an der innerdeutschen Grenze zu leben? Wie erlebten Menschen ihre Kindheit und ihr weiteres Leben im Zonenrandgebiet und wie im Sperrgebiet? Die Ausstellung thematisiert die Freude über die überraschende Grenzöffnung, die sich am Grenzübergang Selmsdorf – Schluptup bereits um 21:53 ereignete, aber auch die Herausforderungen, die das Zusammenwachsen und die Neuordnung der Region an die Menschen stellte.
Monika Frank, Kultursenatorin der Hansestadt Lübeck, sagte bei der Eröffnung der Ausstellung: „Als „Königin der Hanse“ lag Lübeck einst im Zentrum Europas. Durch die deutsche Teilung rückte die Hansestadt an den „Zonenrand“ Westdeutschlands – buchstäblich ans „Ende der Welt“. Abgeschnitten von Absatzmärkten, Zulieferbetrieben und Arbeitskräften wurde sie zum Schauplatz des Kalten Kriegs und der Propaganda zwischen Ost und West. Durch die Gründung des Bundesgrenzschutzes in Lübeck, die Agentenschleusen, die Einführung des Kleinen Grenzverkehrs, die Partnerstadt Wismar, die Transitreisenden und auch die Mülltransporte über den Grenzübergang Schlutup-Selmsdorf in die DDR setzte ab den siebziger Jahren erneut ein Wandel ein: Lübeck wurde zur Drehscheibe zwischen Ost und West in der Metropolregion Hamburg. Diese abwechslungsreiche Geschichte gilt es zu bewahren und weiter zu erforschen. Sie in einen größeren Kontext zu setzen und weiterzuerzählen ist das Ziel unserer Neuausrichtung der Grenzdokumentations-Stätte Schlutup.“
GEWACHSEN.GETEILT. GEEINT.GRENZGESCHICHTE(N)
aus der ehemaligen innerdeutschen Grenzregion
Eintritt frei
18. April bis 14. Oktober 2026
Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup, Mecklenburger Str. 12, 23568 Lübeck
Öffnungszeiten: donnerstags von 10 bis 16 Uhr und samstags von 14 – 17 Uhr
Führungen ab einer Gruppengröße von zehn Personen können hier angemeldet werden: anfragen@grenze-Lübeck.de
Die Ausstellung gliedert sich in die drei Teile: Gewachsen, Geteilt und Geeint. Im Teil „Gewachsen“ geht es um den Lebensraum in der Metropolregion Hamburg. Wie unsere Region von der Natur bestimmt und von uns Menschen verändert wurde, wird besonders an der Elbe sichtbar. Auch die Einflüsse der Zeit der Hanse prägen unsere Region deutlich.
Wie rücksichtslos die gewaltsame Teilung Deutschlands mit Menschen und ihren Lebensräumen umging, ist Thema im Abschnitt „Geteilt“. Die Menschen in der DDR, aber auch im Westen, mussten lernen, mit der neuen Situation zu leben. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen. Sie erzählen die Geschichte der deutschen Zweistaatlichkeit und blicken aus wechselnden Perspektiven auf das Leben im Zonenrand- und Sperrgebiet.
Der dritte Teil beschreibt unter dem Titel „Geeint“ die Freude über das Ende der Teilung, aber auch die Schwierigkeiten, die zu meistern waren. Er ist auch eine Anregung, sich mit den Herausforderungen dieser neuen Situation zu befassen, einem Veränderungsprozess, in dem sich Menschen, Gesellschaft und die Natur neu finden.
Im Rahmen des zugrundeliegenden Projekts „Grenzgeschichte(n)“ in der Metropolregion Hamburg hat sich entlang von rund 30 Orten in der Metropolregion Hamburg eine lebhafte Erinnerungslandschaft entwickelt.
Alle Informationen zur Ausstellung
Mehr zur Erinnerungslandschaft Grenzgeschichte(n) unter: https://metropolregion.hamburg.de/grenzgeschichten/