Arbeitsmarkt im Fokus III – Berufe im Check
Berufe, Stellenbesetzung und regionale Unterschiede in der Metropolregion Hamburg auf Basis der Auswertungen der aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit
Wie lässt sich die Berufslandschaft in der Metropolregion Hamburg beleuchten?
In Deutschland gibt es derzeit knapp 18.900 verschiedene Berufsbezeichnungen. Um die Berufslandschaft übersichtlich und vergleichbar darzustellen zu können, gliedert die Bundesagentur für Arbeit diese systematisch in der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010). Berufe werden dabei in mehreren Ebenen strukturiert:
- Berufssegmente: Gruppieren Berufshauptgruppen nach wirtschaftsfachlichen Schwerpunkten und ermöglichen einen strukturierten Überblick über den Arbeitsmarkt.
- Berufshauptgruppen: Fassen mehrere Berufsgruppen mit ähnlichen Tätigkeiten und Qualifikationen zusammen.
- Berufsgruppen: Unterebene der Berufshauptgruppen, sie bündeln einzelne Berufe mit sehr ähnlichen Tätigkeiten.
Beispiel: Das Segment „Fertigungstechnische Berufe“ umfasst die Berufshauptgruppe „Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe“, zu der die Berufsgruppe „Energietechnik“ gehört.
Wo sind die Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg tätig?
Ein Blick auf die Berufssegmente
Die rund 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg sind in 14 Berufssegmenten tätig. Die Grafik zeigt, in welchen Segmenten die meisten Menschen arbeiten und welche Bereiche den Arbeitsmarkt der Region besonders prägen.
In welchen Berufsgruppen arbeiten die meisten Menschen – und wo fehlen Fachkräfte?
Die Grafik zeigt 15 ausgewählte Berufsgruppen mit den meisten Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg. Zusammen machen sie knapp die Hälfte aller Beschäftigten aus. Rote Linien in der Grafik verweisen auf die Berufsgruppen, die nach der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit in allen Ländern der Metropolregion Hamburg im Anforderungsniveau Fachkräfte als Engpassberufe eingestuft wurden.
INFO:
Zusammenführung der Pflegeberufe in der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit
Die beiden Bereiche Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege werden seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020 standardmäßig als eine Berufsgruppe in der Engpassanalyse dargestellt und bewertet. Fach- und Assistenzkräfte in der operationstechnischen Assistenz, im Rettungsdienst sowie in der Geburtshilfe sind dabei nicht enthalten.
Spot on – Gesundheitsberufe in der Metropolregion Hamburg
Ausgewählte Gesundheitsberufe: Wie sieht die Personalsituation in der Metropolregion Hamburg aus?
Der demografische Wandel verschärft die Bedeutung der Gesundheitsberufe. In der Metropolregion Hamburg arbeiten rund 3,5 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Berufsgruppe der Gesundheits-, Krankenpflege-, Rettungsdienst- und Geburtshilfeberufe (Platz sechs unter den beschäftigungsstärksten Gruppen der Region). Die Berufsgruppen Arzt- und Praxishilfe (Platz 13) sowie Altenpflege (Platz 16) sind ebenfalls zentral für die soziale Infrastruktur.
Die Grafik zeigt für die drei ausgewählten Berufsgruppen des Segments „medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufe“ die Zahl der Beschäftigten. Zusätzlich werden die Vakanzzeit und die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation dargestellt. Der Fokus liegt dabei auf den Qualifikationsstufen „Fachkräfte, Spezialisten und Experten“, die für eine Einordnung des Fachkräftebedarfs von Relevanz sind. So wird sichtbar, wie die Personalsituation und die Herausforderungen bei der Stellenbesetzung in diesen Berufsgruppen ausfallen.
INFO:
Die Vakanzzeit gibt an, wie viele Tage eine offene, bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Stelle in der Regel unbesetzt bleibt.
Laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit gilt eine Vakanzzeit von 80 Tagen oder mehr als Anzeichen für einen Engpass.
Die Arbeitsuchenden-Stellen-Relation zeigt, wie viele Arbeitsuchende rechnerisch auf eine gemeldete offene Stelle kommen. Ein Wert von weniger als zwei Arbeitssuchende pro gemeldete Stelle gilt als Hinweis auf einen Engpass.
Beschäftigte und Vakanzzeiten in der Altenpflege: Was zeigt sich im regionalen Vergleich?
In der Berufsgruppe Altenpflege arbeiten in der Metropolregion Hamburg insgesamt 41.994 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon 19.820 auf dem Anforderungsniveau Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Die Grafik zeigt die Zahl der Beschäftigten dieses Anforderungsniveaus für jeden Landkreis sowie, sofern die Daten vorliegen, die Vakanzzeiten in Tagen.
Spot on – Gastronomie und Hotellerie in der Metropolregion Hamburg
Ausgewählte Berufsgruppen im Segment Lebensmittel- und Gastgewerbe: Wie sieht die Personalsituation aus?
Die Berufsgruppen Gastronomie und Hotellerie sind für den Tourismus in der Metropolregion Hamburg von zentraler Bedeutung. Die Grafik stellt die beiden Berufsgruppen des Segments „Lebensmittel und Gastgewerbe“ dar und zeigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gesamt sowie für die Anforderungsniveaus Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Dabei wird deutlich, dass in beiden Berufsgruppen eine hohe Anzahl von Beschäftigten mit dem Qualifikationsniveau Helfer- und Anlerntätigkeiten arbeiten. Zudem wird sichtbar, wie die Personalsituation und die Herausforderungen bei der Stellenbesetzung in beiden Berufsgruppen ausfallen.
Beschäftigte und Vakanzzeiten in der Gastronomie: Was zeigt sich im regionalen Vergleich?
In der Berufsgruppe Gastronomie sind in der Metropolregion Hamburg insgesamt 42.573 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig – das entspricht Platz 14 unter den beschäftigungsstärksten Gruppen der Region. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt hier bei 206 Tagen. Davon arbeiten 20.182 Beschäftigte auf dem Anforderungsniveau Fachkräfte, Spezialisten und Experten und die Vakanzzeit beträgt 196 Tage. Auffällig ist, dass die Vakanzzeit für Helfer- und Anlerntätigkeiten mit 212 Tagen sogar noch höher liegt als für Fachkräfte. Die Grafik zeigt für jeden Landkreis sowohl die Zahl der Beschäftigten auf dem Anforderungsniveau Fachkraft als auch die jeweilige Vakanzzeit in Tagen.
Spot on - Energiewende in der Metropolregion Hamburg
Wie steht es um die Fachkräfte für die Energiewende?
Der Norden macht sich stark für die Energiewende – doch diese gelingt nur mit qualifizierten Fachkräften. Wie ist die aktuelle Situation in Berufsgruppen, die für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Energieinfrastruktur besonders wichtig sind?
Die folgende Grafik zeigt die Zahl der Beschäftigten in zehn ausgewählten Berufsgruppen aus verschiedensten Berufssegmenten, die unter anderem für die Energiewende von Relevanz sind. Zusätzlich werden die Vakanzzeiten und die Arbeitslosen-Stellen-Relation für die einzelnen Berufsgruppen aufgeführt. So wird sichtbar, in welchen Berufsgruppen offene Stellen schwer zu besetzen sind.
Beschäftigte und Vakanzzeiten in der Energietechnik: Was zeigt sich im regionalen Vergleich?
In der Berufsgruppe Energietechnik arbeiten insgesamt 24.794 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf dem Anforderungsniveau Fachkräfte, Spezialisten und Experten. Die Berufsgruppe macht knapp 1 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Metropolregion Hamburg aus. Die Grafik zeigt die Zahl der Beschäftigten dieses Anforderungsniveaus für jeden Landkreis sowie, sofern die Daten vorliegen, die Vakanzzeiten in Tagen. So wird sichtbar, in welchen Regionen die Besetzung offener Stellen besonders schwierig ist – unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.
Aktuelle Arbeitsmarktstatistik für die Metropolregion Hamburg zum kostenlosen Download.
© Statistik der Bundesagentur für Arbeit / Startseite - Statistik der Bundesagentur für Arbeit