Handlungsstrategie im Hamburger Verflechtungsraum
Gefördert aus dem Bundesförderprogramm RegioStrat wollen wir eine Handlungsstrategie für Hamburg und die umliegenden Kreise erarbeiten, die die Verflechtungen zwischen der Stadt und den (Land-)Kreisen berücksichtigt. Damit soll der Verflechtungsraum an Handlungsfähigkeit gewinnen, da der Stadtstaat und die zwei umgebenden Flächenländer bislang eher über informelle, interkommunale Strukturen kooperieren. Die formellen und informellen Planungen sollen mittels der Strategie zusammengeführt werden und in einem Set an Maßnahmen münden.
Das Projekt
Das Bundesförderprogramm RegioStrat unterstützt Regionen dabei, strategische Regionalentwicklungskonzepte (SREKs) zu erstellen. Diese Konzepte fokussieren zentrale, regionalspezifische Herausforderungen und priorisieren Maßnahmen zur Umsetzung. Zudem halten sie die individuellen Entwicklungsziele einer Region fest, benennen die Umsetzungsschritte und münden in ein realistisches Zukunftsbild. Durch die aktive Einbindung der Träger der Regionalplanung soll die Verzahnung von Raumordnung und Raumentwicklung sichergestellt werden.
Die Metropolregion Hamburg hat sich 2024 erfolgreich um eine Förderung aus dem Bundesprogramm zur Strategischen Regionalentwicklung (RegioStrat) beworben. Dessen Laufzeit reicht vom 01. Juli 2024 bis zum 31. Oktober 2026.
Ziel des Förderprogramms, das vom Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) begleitet wird, ist es, für funktional abgegrenzte Regionen Prozesse der Strategischen Regionalentwicklung durchzuführen. Die räumliche Förderkulisse – und damit der Bezugsraum des Projektes - umfasst den Hamburger Verflechtungsraum, d.h. die Freie und Hansestadt Hamburg, die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie die niedersächsischen Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg.
Mit der Projektbegleitung haben wir das Berliner Büro für Stadt- und Regionalentwicklung „die Raumplaner“ beauftragt.
In der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg koordiniert Mareike Hannes das Projekt. Sie bildet – gemeinsam mit "die Raumplaner", Charlotte Muhl (HH), Dagmar Kilian (Arbeitsgemeinschaft der Hamburg-Randkreise), Evelyn Stegmann (NI), Felix Thermann (SH) und Swen Wacker (MRH) das Projekt-Team. Das Team bereitet bestehenden Handlungsbedarf auf und benennt Potentiale.
Projektziele
Auf der Grundlage des „Räumlichen Leitbildes der Metropolregion Hamburg 2045“ sowie weiterer im Zuge des Projektes auszuwertender interkommunaler bzw. regionaler informeller und formeller Planungsdokumente, die den Hamburger Verflechtungsraum betreffen, wird - in Form eines regionalen Fachdialogs - eine Handlungsstrategie speziell für den Hamburger Verflechtungsraum erarbeitet werden, die wesentliche Kooperationsthemen adressiert und gemeinsame Strategien identifiziert und zusammenstellt. Diese Handlungsstrategie wird als schriftliches Dokument vorgelegt werden. In einem weiteren Schritt werden wir zu dieser Handlungsstrategie – im engen Austausch mit den verschiedenen relevanten Akteuren in der Region, insbesondere auch den Kommunen und den Landes- und Regionalplanungen – ein Maßnahmenprogramm in Projektform („Steckbriefe“) entwickeln. Dazu werden Ziele, Verantwortung, Zeitplan und Finanzierung systematisch aufbereitet werden. Die Umsetzbarkeit der genannten Projekte steht dabei klar im Vordergrund.
Mit dem Anfang 2024 von den Trägern und Gremien der Metropolregion Hamburg beschlossenen „Räumlichen Leitbild Metropolregion Hamburg 2045“ liegt ein aktuelles Leitbild für die gesamte Metropolregion Hamburg vor. In diesem Leitbild werden erstmals auch qualitative Aussagen zu Teilräumen (u.a. „Perspektivräume“) getroffen, die u.a. Basis für die weitere Umsetzung des Räumlichen Leitbildes sein sollen. In diesem Zusammenhang wird auch der Hamburger Verflechtungsraum mit seinen Potenzialen der Urbanität, Innovation, Erreichbarkeit und Vernetzung genannt. Eine intensivere und lösungsorientierte Zusammenarbeit im Hamburger Verflechtungsraum, unter Einbezug der kommunalen Ebene, der Landes- und Regionalplanung sowie der Wirtschaft, wird im Leitbild besonders empfohlen.
Projektablauf
Eine inhaltliche Auswertung der wesentlichen Dokumente soll die Basis für einen regionalen Dialog zu vorrangigen Handlungsfeldern, innovativen Strategien und ggf. neuen Schwerpunkten für diesen Raum bieten. Am Ende einer ersten Phase soll eine abgestimmte Handlungsstrategie für den Verflechtungsraum stehen, die die Identität des Raumes und der Akteure stärkt, Kontroversen nicht ausklammert und der vielfältigen Gremienlandschaft im Hamburger Verflechtungsraum (z.B. SUK, Nachbarschaftsforen, Zukunfts- und LEADER-Regionen) als inhaltliche Orientierung dienen kann.
In engem und konstruktivem Dialog mit den regionalen Akteuren sollen in einem weiteren Schritt auf Basis der Handlungsstrategie für den Hamburger Verflechtungsraum konkrete Maßnahmensteckbriefe entstehen (ab Mitte 2025). Dabei sind Inhalte zu konkretisieren, ggf. auf Teilräume herunterzubrechen, Verantwortungen und eine Umsetzungsstrategie detailliert zu klären.
Im September 2025 fanden vier thematisch ausgerichtete Werkstätten statt: Wohnraumversorgung, Mobilitätsangebote, Grün- und Freiraumflächen und Energiestrategien – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Klimakrise sind die Herausforderungen im Hamburger Verflechtungsraum groß. In einem kollaborativen Prozess hat das Projekt-Team gemeinsam mit den Kommunen im Verflechtungsraum – also den Entscheidungsträgern der Kommunen und Kreise, sowie Fachleuten aus dem Verflechtungsraum – prioritäre Handlungsfelder und konkrete Sets an Maßnahmenvorschlägen mit Umsetzungspotential für die interkommunale Zusammenarbeit identifiziert.
Aktuelles
Das Büro "die Raumplaner" erarbeitet auf Basis der Ergebnisse der Workshops und einer SWOT-Analyse zusammen mit dem Projekt-Team aktuell eine Handlungsstrategie, die strategische Entwicklungsziele definiert und konkrete Handlungsfelder absteckt. Am 29. Januar 2026 werden die erste Ergebnisse zusammen mit dem AK Verflechtungsraum in einem Workshop diskutiert, bewertet und ergänzt.