Räumliches Leitbild Fachwerkstätten und erste Entwürfe der Büroteams

Die Fachwerkstätten haben vielfältige Perspektiven auf die räumliche Entwicklung der Metropolregion Hamburg zusammengetragen. Jetzt legten die Büroteams erste Entwürfe zur Diskussion vor.

Eine Frau und ein Mann planen am Stadtmodell

Fachwerkstätten und erste Entwürfe der Büroteams

Die Fachwerkstätten haben vielfältige Perspektiven auf die räumliche Entwicklung der Metropolregion Hamburg zusammengebracht. Über 140 Personen haben an den vier Fachwerkstätten teilgenommen, darunter waren Expertinnen und Experten aus der Wirtschaftsförderung, dem Energiebereich, der Freiraumplanung, sowie der Stadt- und Kreis- und der Landesentwicklung aus allen Ecken der Metropolregion Hamburg vertreten. Gemeinsam mit den beiden Büroteams diskutierten die Teilnehmenden über die Zukunft der Metropolregion Hamburg bis zum Jahr 2045. Dabei wurden viele raumstrukturelle Fragen aufgeworfen: Welche Infrastrukturen werden im Jahr 2045 benötigt? Wie entwickeln sich die Teilräume der Metropolregion? Wo erholen sich die Menschen und wie kann die Region klimaneutral und energieautark werden?

Über das Räumliche Leitbild

Als informelles Konzept soll das räumliche Leitbild provozieren und zur Diskussion über die gemeinsame Zukunft der Metropolregion Hamburg anregen. Angesichts der Zeitenwenden gibt es viele Krisen, die aktuell gleichzeitig auf die Metropolregion Hamburg einwirken. Ein informelles Konzept wie das räumliche Leitbild der Metropolregion Hamburg bietet die Chance gemeinsamen raumplanerischen Handlungsbedarf zu identifizieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln, um auf die Herausforderungen zu reagieren.

Mit den Fachwerkstätten hat das Projekt den zweiten von fünf Meilensteinen abgeschlossen. Auf den Fachwerkstätten haben zunächst die beiden Büroteams Reicher Haase Assoziierte/Rabe Landschaften und Urbanista/Defacto ihre aktuellen Entwürfe vorgestellt. Danach hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit in Kleingruppendiskussionen mit jedem der Büroteams ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen der Kleingruppengespräche haben die Büroteams sehr viele wertvolle Hinweise aus den Teilräumen und von den Expertinnen und Experten in der Region zu den Themen Freiraum, Klima, Energie, Landschaft, Ökonomie, Infrastruktur, Siedlungsstruktur und Mobilität erhalten. Im Folgenden wird der aktuelle Arbeitsstand kurz zusammengefasst. Die Präsentationen der Büroteams werden auf Anfrage bei der Projektkoordination verschickt. Mit dem Input aus den Fachwerkstätten gehen die Büroteams nun in die nächste Entwurfsphase. Der nächste Meilenstein umfasst die Vorstellung von potentiellen Entwicklungsstrategien für die Metropolregion Hamburg auf der Zwischenkonferenz am 23. Februar 2023 im Kloster Zarrentin.

Entwurf 1: Von der fragmentierten zur souveränen Region im Entwurf von Reicher Haase Assoziierte und RABE Landschaften

Von der fragmentierten zur souveränen Region im Entwurf von RHA_RABE Landschaften

Reicher Haase Assoziierte und RABE Landschaften schlagen vor, die Metropolregion von einer fragmentierten zu einer souveränen Region zu entwickeln. Diese Souveränität äußert sich in einer stärkeren Resilienz gegenüber externen Einflussfaktoren und einer Nutzung der endogenen Potenziale der Metropolregion vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen der Zukunft. Dabei strebt das Büroteam eine ausgeglichene Entwicklung des Freiraums an: Hier stehen sich die Anforderungen einer Energie- und Nahrungsmittelsouveränen Region mit dem Freiraumschutz gegenüber. Mit seinem Modell der Ringlandschaften (Loops) entwirft das Büroteam strukturierte Naherholungs- und Naturräume, die über einen großen Loop miteinander verbunden sind. Durch die Verbindung von lokalen mit regionalen Ringlandschaften, kann im Sinne einer Region der kurzen Wege, sowohl dem Bedarf an Naherholung wohnortnah begegnet werden als auch die touristischen Qualitäten der Region ergänzt werden. Gleichzeitig werden Biotope und Naturräume miteinander vernetzt und die charakteristischen Kulturlandschaften der Metropolregion erlebbar gemacht.

Diese verbundene Polyzentralität zeigt sich auch im Ansatz zur Siedlungsstruktur: Unter dem Stichwort „Heterogene Zentralität“ schlagen RHA und RABE Entwicklungspfade vor, die sich entlang von vier Typen orientieren und mögliche strategische Ansätze für die zukünftige Siedlungsentwicklung beinhalten: (1) Metrokerne als Zentren der Region, (2) Verflechtungsräume mit starken Zentren und Verkehrsknoten, (3) Entwicklungsschwerpunkte mit wirtschaftsstarken Mittelstandsplayern und neuen Gateways, und (4) multikodierte Räume mit Destinationen und Identitätsträgern. Diese Siedlungsstruktur wird dabei von einem leistungsfähigen und ausgebauten ÖPNV Netz unterstützt, dass als Neuheit auch Tangentialen ergänzt bzw. miteinander verbindet, die einen neuen Ring um Hamburg bilden könnten. Mit den Hinweisen aus den Fachwerkstätten wird das Büroteam nun nochmal einen „Realitätscheck“ ihres Entwurfes machen und die Ideen weiterdenken und zu einem großen Entwurf mit Entwicklungsstrategien für die Metropolregion Hamburg zusammenführen.

Entwurf 2: Dynamikräume im Entwurf von Urbanista und Defacto

Dynamikräume im Entwurf von Urbanista und Defacto

Urbanista/Defacto diskutieren die Bedeutung der aktuellen Zeitenwende und die damit verbundenen Herausforderungen für die Siedlungs-, Freiraum- und Infrastruktur. Wirtschaftlich sehen Urbanista und Defacto die Metropolregion Hamburg als grünen Motor in einem energieautarken Europa. Laut Urbanista und Defacto führen wirtschaftliche Entwicklungsdynamik zusammen mit klimabedingten Wanderungsbewegungen zu einem Wachstum der Region auf knapp 6 Million Einwohner bis zum Jahr 2050. Dabei setzt der Entwurf von Urbanista und Defacto auf neue Dynamikräume in der Region, um den Siedlungsdruck abzufedern und den Kernraum zu entlasten. Ergänzt werden die Dynamikräume durch die rekreativen und die stillen Landschaften, die Frei- und Rückzugsorte in der Metropolregion bilden.

Exemplarisch wurden auf den Fachwerkstätten drei Dynamikräume vorgestellt: Die Deltastadt, das Urban Triangle und die Baltic Riviera. Weitere Dynamikräume in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wurden in den Fachwerkstätten diskutiert. Diese Dynamikräume sollen mit einem leistungsfähigen Schnellzugnetz nach dem Pariser RER-Modell mit der Kernstadt Hamburg verbunden werden, sodass Hamburg innerhalb von 25 Minuten (?) überall aus der Region erreichbar wird. Urbanista und Defacto entwickeln dabei das bestehende Achsenmodell weiter, indem die Achsen als Brücken zwischen den Dynamikräumen fungieren. Ergänzend sollen neue Tangentialen schnellere Verbindungen zwischen den Zentren an den Achsen ermöglichen. Die Hinweise aus der Region wird das Büroteam nun abwägen und als Entwicklungsstrategien zu einem möglichen Zukunftsbild für die Region zusammenfügen.

Über die Diskussion

Im Laufe der Kleingruppendiskussionen haben sich die Karten der beiden Büroteams mit vielen wertvollen Details aus der Region gefüllt. Die Teilnehmenden haben rege mit den Büroteams diskutiert und ihre Visionen und Entwicklungsvorstellungen für die Teilräume weitergegeben. Im Laufe der Workshops wurden daher auf den Karten viele neue Linien eingezeichnet und Entwicklungsdynamiken ergänzt, um Wissen und Vorstellungen über die Teilräume festzuhalten. Dabei kamen unter anderem zusätzliche Achsen, Ergänzungen bei den Ringlandschaften, Suchräume für Elbquerungen, Bahnstreckenreaktivierungen, und die Bedeutung geplanter/in Bau befindlicher großräumiger Infrastrukturen zur Sprache.

Die Büros werden nun die vielfältigen Inputs zu zweiten Entwürfen weiterentwickeln, die auf der Zwischenkonferenz im Kloster Zarrentin am 23.02.2022 präsentiert werden.

Zur Anmeldung

Haben Sie Fragen?

Dr.-des. Deborah Heinen

Koordinatorin Leitprojekt „Gemeinsam die räumliche Entwicklung steuern“

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg

Haben Sie Fragen?

Cynthia Wester

Koordinatorin Leitprojekt „Gemeinsam die räumliche Entwicklung steuern“

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg

Federführend für das Projekt:

Dagmar Kilian

Arbeitsgemeinschaft der Hamburg-Randkreise