Industriekultur - Hafenanlagen Schellfischtunnel, Altonaer Hafenbahn

Der 973 Meter lange Hafenbahntunnel Altona verläuft vom Bahnhof unter der Max-Brauer-Allee und dem Altonaer Balkon zum Hafen der ehemals selbstständigen Stadt.

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Das bis 1937 selbstständige Altona befand sich in ständiger Konkurrenz zum Nachbarn Hamburg. Wirtschaftliche Basis der Städte waren ihre Elbhäfen. Schon 1845 hatte Altona den ersten deutschen Hafen mit Eisenbahnanschluss in Betrieb genommen - entscheidend für einen schnellen Güterumschlag. Doch die Waggons mussten mit einem Schrägaufzug einzeln und mühsam den etwa 20 Meter hohen Geesthang hochgezogen werden. Über diese "geneigte Ebene" führte die noch vorhandene Elbbergbrücke (in alter Form neugebaut). Daneben weihte die Altona-Kieler Eisenbahngesellschaft 1876 für die Hafenbahn als Ersatz einen Tunnel ein, wegen der oft transportierten Fische auch Schellfischtunnel genannt.

Dieser Tunnel durchsticht die Kante des Geestrückens und sorgte damit für eine Steigung, die für den Eisenbahnverkehr verträglich ist. Dennoch machten die Steilstrecke und die scharfe Kurve im Tunnel den Betrieb anspruchsvoll, weshalb die Preußische Staatsbahn hier schon seit 1907 mit Elektroloks fuhr. Mit der Verlegung des Altonaer Bahnhofs wurde der 395 Meter lange Tunnel 1895 nach Norden verlängert: Heute misst er 973 Meter. 1992 wurde er mangels Bedarf stillgelegt und ist seitdem ungenutzt.

Ort: Präsident-Krahn-Straße / Kaistraße (Nähe Elbberg), 22765 Hamburg

Informationen:

http://www.hamburgerunterwelten.de

Kontakt:

Hamburger Unterwelten e.V.

Burchardstraße 22

20095 Hamburg

E-Mail: info@hamburgerunterwelten.de

Kurzprofil:

Typ: Tunnel für Hafenbahn

Baujahre: 1876 / 1895

Länge: 973 Meter

Stilllegung: 1992

Tragwerk: Gewölbe aus Ziegeln und Beton, hergestellt in bergmännischer und offener Bauweise