Presseinformation Thalia Kulturlandschaften in Hagenow: Über Kunst und Freiheit in der Alten Synagoge

Kulturpartnerschaft zwischen Metropolregion Hamburg und Thalia Theater

Nach dem großen Erfolg den vergangenen Jahren laden das Thalia Theater und die
Metropolregion Hamburg 2016 wieder dazu ein, ebenso ungewöhnliche wie eindrucksvolle Orte neu zu entdecken und Stücke zu erleben, die in realer Kulisse lebendig werden. Jetzt kommt die Programmreihe mit Siegfried Lenz´ „Deutschstunde“ in die Alte Synagoge in Hagenow.

Thalia Kulturlandschaften in Buxtehude

Das Thalia Theater beschäftigt sich aktuell mit den demokratischen Werten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie den Umbrüchen in Europa. Zu diesem Programm besuchen die Thalia Kulturland-schaften 2016 Orte der Demokratie: Die Alte Synagoge in Hagenow - imposanter Mittelpunkt eines histo-rischen Gebäudeensembles - ist so ein Ort: Ihre Inneneinrichtung wurde in der Pogromnacht 1938 zerstört. Zwischen 2004 und 2009 restauriert, finden hier heute Ausstellungen über das jüdische Leben in der Region und kulturelle Veranstaltungen statt. Der Raum manifestiert ein Zitat Siegfried Lenz’: „Vergangenheit hört nicht auf; sie überprüft uns in der Gegenwart.“.

In diesem Raum liest Sebastian Rudolph, Thalia Ensemblemitglied und Schauspieler des Jahres 2012 in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“, aus der „Deutschstunde“, einem der wichtigsten deutschen Nachkriegsromane von Siegfried Lenz. Darin beschäftigt sich Siggi Jepsen, der wegen Bilderdiebstahls in der Jugendstrafanstalt Hahnöfersand einsitzt, 1954 über hundert Tage mit seiner Vergangenheit und der Pflicht, sich zu erinnern. Es erscheint der unbeirrbare Vater, der als Dorfpolizist ein Malverbot überwacht, das über seinen Freund verhängt ist, und der sogar unsichtbare Bilder aufstöbert und verbrennt. Es erscheinen der Maler, der beharrlich gegen das Verbot anmalt, der Bruder Klaas, der sich als Soldat selbst verstümmelt, um dem Kriegseinsatz zu entgehen, die Mutter, die dem Vater die Prügelstrafe überlässt, die Schwester, deren Freiheitsdrang an den rigiden Erwartungen der Familie bricht. Sebastian Rudolph liest aus der Sicht seiner Thalia-Rolle, des Malers Max Nansen. Die Lesefassung stammt von der Dramaturgin Susanne Meister.s

Die Metropolregion Hamburg und das Thalia Theater arbeiten seit 2013 zusammen, um den Kulturaustausch zwischen der Stadt Hamburg und dem ländlichen Bereich mit neuen Ideen zu beleben. Unter dem Titel „Thalia Kulturlandschaften“ reisen Schauspieler aus dem Thalia-Ensemble mit ausgesuchten Lesungen und kleinen Inszenierungen an besondere Orte in der Metropolregion. Dazu haben die Partner außergewöhnliche Orte gefunden, die gemeinsam mit den Schauspielern eine stimmige Geschichte lebendig werden lassen. Ziel ist eine dauerhafte Kooperation des Thalia Theaters mit der Metropolregion und eine lebendig gelebte Nachbarschaft.

Für Thomas Kühn vom Museum für Alltagskultur der Griesen Gegend und Alte Synagoge ist dies „eine großartige Gelegenheit, bei der sich Geschichte und Geschichten begegnen können. Als museale Einrichtung ist es für uns spannend, die Vergangenheit des Ortes mit der Frage nach Pflicht und Schuld, der Lenz in seinem Werk nachspürt, in Bezug zu setzen. Durch die Nähe zum Schauspieler können wir die Zuschauer so zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung und einem einmaligen Theater-Erlebnis einladen.“

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Metropolregion Hamburg
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Pressesprecherin
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Thalia Theater
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Pressereferentin
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