Industriekultur - Kraftwerke Wasserkraftwerke Raisdorf

Großer Stausee für die Stromproduktion: In Raisdorf wird das Wasser der Schwentine seit mehr als 100 Jahren großflächig gestaut, um damit zwei Wasserkraftwerke zu betreiben.

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Schon 1892 hatte die Stadt Kiel ein Wasserkraftwerk an der Schwentine projektieren lassen – dann aber wegen der Kosten verworfen. Als die Rastorfer Mühle, eine von Friedrich Schliemann in Raisdorf an der Schwentine betriebene Papier- und Walkmühle, 1902 versteigert wurde, griff dessen Freund Bernhard Howaldt zu und übernahm ein großes Areal. An Stelle der Mühle ließ der Sohn des Gründers der Howaldtschen Werft 1903/04 ein Wasserkraftwerk bauen. Der Betrieb war so erfolgreich, dass Howaldt es 1908/09 mit seinem Sohn Bernhard jun. um eine zweite Anlage ergänzte. Dafür wurde die Schwentine mit einem Damm zum Rosensee aufgestaut.

Wenn das Kraftwerk II das Wasser des Rosensees auf seine drei, sechs Meter tiefer liegenden Zwillings-Francisturbinen lenkt, steht eine Stromleistung von bis zu 0,75 Megawatt zur Verfügung. Das einen Kilometer flussabwärts gelegene Kraftwerk I fungiert als Laufwasserkraftwerk: Bei einer Fallhöhe von 8,50 Meter leistet der Generator hier bis zu 1,2 Megawatt. Er wird von einer Kaplanturbine angetrieben, die 1936 zwei Francisturbinen ersetzte. 1916 übernahmen die Stadtwerke Kiel von Howaldt den Besitz und betreiben die Kraftwerke bis heute.

Ort: Jahnstraße 19, 24223 Schwentinental, Ortsteil Raisdorf (vom Schwimmbad ein Fußweg zum Kraftwerk II), Rastorfer Mühle, 24223 Schwentinental, Ortsteil Raisdorf (Kraftwerk I)

Kontakt:
Stadtwerke Kiel AG
Unternehmenskommunikation
Uhlenkrog 32
24113 Kiel
Tel. 04 31 / 5 94–34 43
E-Mail: info@stadtwerke-kiel.de

Kurzprofil:
Typ: Wasserkraftwerke mit Kaplan-Turbine (Kraftwerk I) und drei Zwillings-Francisturbinen (Kraftwerk II)
Baujahr: 1903/04 (Kraftwerk I, 1936 umgebaut) und 1908/09 (Kraftwerk II)
Leistung: 1,2 Megawatt (Kraftwerk I) und 0,75 Megawatt (Kraftwerk II)