Industriekultur - Wassermühlen Stadtwassermühlen Lübeck

In der südlichen Altstadt von Lübeck gibt es einen uralten Mühlenstandort: Bis zu sieben Wassermühlen nutzten hier das Gefälle der Wakenitz.

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Traditionell dient in Lübeck die Trave der Schifffahrt, während die Wakenitz das Trinkwasser und die Antriebsenergie für die Mühlen lieferte. Zunächst an der Mühlenbrücke, seit 1289 am Mühlendamm im Süden der Altstadt nutzten bis zu sieben Wassermühlen gleichzeitig den Höhenunterschied zwischen den beiden Flüssen. 1848 wurden die Mühlen durch die heutigen Stadtwassermühlen ersetzt, in der die örtliche Holstenmühle der Gebrüder Janssen bis 1955 Weizen und Roggen vermahlte. Seitdem werden die Häuser für Büros, Wohnungen und Gastronomie genutzt. 1990 wurde in den alten Anbau der südlichen Mühle eine neue Francisturbine eingebaut. Sie erzeugt nun bei einer Fallhöhe von gut zwei Metern mit einem 75-Kilowatt-Generator Strom.

Das Wasser der Wakenitz erreicht die Mühlen auch nach der Inbetriebnahme des Elbe-Lübeck-Kanals im Jahr 1900. Denn über einen Düker unter dem Kanal fließt das Wakenitz-Wasser in den Krähen- und den Mühlenteich. Neben dem Auslass des Dükers im Krähenteich gibt es ein auf quadratischem Grundriss mit Holzaufbau errichtetes Pumpenhäuschen. Es versorgte seit 1908 das Elektrizitätswerk in der Mengstraße mit Kühlwasser sowie die Badeanstalt am Hüxterdamm mit Rohwasser.

Ort: Mühlendamm 22 und 24, 23552 Lübeck

Kontakt:

Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Johannes Schindler

Rohrsängerweg 4

23562 Lübeck

Tel. 04 51 / 59 31 12

Kurzprofil:
Typ: Wassermühlen mit Turbinenantrieb
Baujahr: 1848
Stilllegung: 1955
Produktion: Vermahlung von Weizen und Roggen, Stromproduktion