Maritime Wirtschaft im Fokus der Region

Hamburg möchte mit der Gründung eines anwendungsorientierten wissenschaftlichen Instituts die Schwerpunkte der regionalen Wirtschaft in der Metropolregion fördern. Gleichzeitig unternehmen die norddeuschen Bundesländer Anstrengungen zur Bündlung der Kräfte für die Maritime Wirtschaft.

Maritime Wirtschaft im Fokus der Region

Hamburg wird Fraunhofer-Standort für Maritime Logistik
Mit dem Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) werden Hamburgs Wissens- und Forschungsinfrastruktur sowie die Wirtschaft nachhaltig gestärkt. Senator Ian Karan eröffnete am 2. Dezember auf einem Senatsempfang feierlich die neue Institution. Von der für Fraunhofer typischen praxisorientierten und angewandten Forschung werden die Transport-, Logistik- und Hafenwirtschaft sowie damit verbundene Dienstleistungsunternehmen profitieren.  Mit dem CML ist die Fraunhofer-Gesellschaft in Zukunft mit Einrichtungen in allen 16 Bundesländern vertreten. 

Mit seinen Forschungsschwerpunkten Seehafenplanung und Flottenmanagement, maritime Prognosen und Technologien sowie Prozessgestaltung und -steuerung wird das CML ein breites Spektrum von Kunden wie Terminalbetreiber, Reedereien, Logistikdienstleister, Verbände, Werften, Banken, Schiffsfinanzierer, Verlader und Hafenverwaltung ansprechen. Für den Aufbau des CML werden in den ersten fünf Jahren ca. 9 Mio. € benötigt, wovon 6 Mio. € von der Freien und Hansestadt Hamburg und 3 Mio. € aus der Auftragsforschung kommen sollen.

Grundstock des neuen CML ist die Professur von Herrn Prof. Dr.-Ing Jahn für Maritime Logistik an der der Technischen Universität Hamburg Harburg (TUHH). Innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft wird das CML zunächst an das renommierte Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund angebunden, auf dessen Erfahrungen im Forschungs- und Beratungsumfeld das CML zurückgreifen kann. Mit diesen Kompetenzen sowie der maritimen logistischen Expertise an der TUHH verfügt das CML über beste Voraussetzungen für einen sofortigen, wirkungsreichen Marktauftritt. Nach einer erfolgreichen  Aufbauphase soll das CML eine vollwertige Fraunhofer-Einrichtung werden.
 

vergrößern Frachtcontainer im Hamburger Hafen Frachtcontainer im Hamburger Hafen (Bild: hmg)

Damit siedelt sich in der Region ein Institut der Spitzenforschung gerade in einem Kernbereich der norddeutschen Wirtschafsstruktur an. Denn mit seiner anwendungsorientierten Forschung leisten die Fraunhofereinrichtungen einen wichtigen Beitrag für die Unternehmen der Maritimen Wirtschaft, der Logistik und des Hafenmanagements. Die Gründung der Forschungseinrichtung flankiert damit die Bemühungen um Stärkung der Hafenstandorte in der Metropolregion. Eine Kooperationsvereinbarung der Häfen an der Unterelbe ist 2009 geschlossen worden. Darin bekunden konkurrierende Standorte erstmals ihren Willen zur Zusammenarbeit. Diese soll von einem regelmäßigen Informationsaustausch über eine Zusammenarbeit im kaufmännischen und operativen Geschäft, gegenseitige Unterstützung bei Planungsfragen, gemeinsame Nutzung von Infrastruktureinrichtungen bis zu gebündelten Marketingmaßnamen reichen.

Die Bundesländer und Industrie- und Handelskammern der Metropolregion beschäftigen sich ebenfalls intensiv mit dem Thema. Ergänzend zum Kooperationsabkommen der Unterelbe-Häfen haben die Handelskammer Hamburg, die IHK Schleswig-Holstein und die IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum ein umfassendes Konzept für die wirtschaftliche Entwicklung vorgelegt. Über den notwendigen Ausbau der Verkehrs- und Energieinfrastruktur hinaus wird dort die weitere Entwicklung von Gewerbeflächen auch gerade für das Verarbeitende Gewerbe mit hohem Exportanteil vorgeschlagen. Die von den Bundesländern in Auftrag gegebenen Gutachten zur Maritimen Wirtschaft erkennen allesamt die Bedeutung des Wirtschaftszweigs für den norddeutschen Raum und die hohe Konzentration und Verflechtung der Unternehmen entlang der Produktionskette, also von den Zulieferern der Werfbetriebe über die Reeder bis zum Logistikunternehmen für den Hinterland-Verkehr.

Die gemeinsamen Bemühungen der Küstenländer mündeten in der Gründung eines gemeinsamen Clustermanagements für die maritime Wirtschaft, dass zunächst von den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein getragen wird und im Frühjahr 2011 seine Arbeit aufgenommen hat. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen in Schleswig-Holstein liegt die Federführung bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, kurz WTSH. Weitere Geschäftsstellen befinden sich in Elsfleth an der Weser, Hamburg und Kiel. Die Wirtschaftsminister der drei Bundesländer haben zudem ihre Kollegen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern eingeladen, sich an der neuen wirtschaftsfördernden Struktur zu beteiligen. 

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