INTERREG Europe Nachhaltiger Tourismus entlang der Elbe

Der Tourismus wächst in ganz Europa. Während Städte wie Hamburg durch ihre internationale Ausstrahlung keine Probleme haben, die Tourismusindustrie zu stärken, lässt die touristische Nutzung oft schon wenige Kilometer außerhalb der Zentren nach. Im europäischen Projekt STAR Cities arbeitet die Metropolregion Hamburg mit daran, die touristischen Angebote von Stadt und Umland entlang der Elbe besser zu erschließen.

Nachhaltiger Tourismus entlang der Elbe

Ziel des Projektes ist es, Besuchern auch außerhalb der touristischen Zentren attraktive Angebote zu machen und so die Zentren zu entlasten. Mit Ljubljana, Rom, Paris,  Hamburg und dem litauischen Kaunas haben sich fünf Städte und Regionen zusammen gefunden, die bei Touristen sehr beliebt sind. Gemeinsam entwickeln sie Strategien und Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus entlang ihrer Flüsse wie der Elbe in Hamburg. Entlang der Elbe hat die Metropolregion Hamburg eine Vielzahl von Projekten initiiert und die länderübergreifende Entwicklung von touristischen und kulturellen Angeboten gefördert. Im Projekt STAR Cities nehmen die Tourismusorganisationen entlang der Elbe sowie die Biosphärenreservate an dem Erfahrungsaustausch teil. In den Austausch einbezogen werden je nach Thema auch einzelne Leistungsträger und Initiativen, die den internationalen Projektpartnern als gute Beispiele für erfolgreiche Angebote in unserer Region dienen können.

Tourismusprodukte und Marketing

In ersten Treffen konnten die Projektpartner Einblicke gewinnen, wie die Regionen um Paris, Rom und Kaunas ihre touristischen Potenziale entwickeln. Die Metropolregion Hamburg war im Oktober virtuell Gastgeber für das Schwerpunktthema "Tourismusprodukte und Marketing". Besonderes Interesse der internationalen Partner richtete sich auf die touristische Erschließung und die Vermarktung von Flussabschnitten durch Anleger, Häfen und kleine Unternehmen sowie den Elberadweg und die Industriekultur am Wasser. Diese Produkte wurden als besonders gute Beispiele ausgewählt:

  1. Die Tage der Industriekultur am Wasser sind eine kulturelle Veranstaltung mit dem Ziel, Industriedenkmäler entlang der Wasserstraßen der Region bekannt zu machen und als Ausflugsziel zu etablieren.
  2. Das Hafenmuseum Hamburg nutzt den Hafen für verschiedene Exponate wie Schiffe, Kräne und eine historische Hafenbahn. Die Ausstellung wird mit über 100 Ehrenamtlichen zum Leben erweckt.
  3. Der Herzapfelhof im Alten Land ist ein Bio-Obstbaubetrieb mit einem attraktiven touristischen Angebot. Besucherinnen und Besucher erleben, wie Obst im Einklang mit der Natur angebaut und geerntet wird.
  4. Der Elberadwanderbus bringt Radfahrer und ihre Räder sowie Wanderer bequem zu zahlreichen Ausflugszielen, Rad- und Wanderwegen in der Elbregion im Alten Land.
  5. Der Elberadweg ist ein einzigartiges Erlebnis, das es Radfahreden ermöglicht, der Elbe von ihrer Quelle in der Tschechischen Republik bis zu ihrer Mündung in Hamburg zu folgen. Auf diese Weise können sie die Veränderungen der Landschaft entlang des Flusstals erleben. 
  6. Das Projekt Stade Beach belebt einen zuvor wenig genutzten Teil des Stader Stadthafens. Der SUP Club Stade wurde zu einem Treffpunkt für Besucher, Bewohner und Jugendliche. Er verbindet einen Kanu- und SUP-Verleih mit Entspannungszone und Bar.
  7. Im Projekt Kurs Elbe haben sich sechs Tourismusregionen entlang der Elbe in fünf Bundesländern zusammengeschlossen, um gemeinsam den Tourismus an der Elbe zu entwickeln. Ziel des Kooperationsprojektes ist es, die Potenziale, die in der Elbe liegen, als verbindendes Thema zu entwickeln. 

  8. In der Tagestourismuskampagne der Metropolregion Hamburg bewerben seit mehr als 10 Jahren die regionalen Tourismusorganisationen gemeinsam ihre Ausflugsangebote, durch das Kooperationsprojekt sind aus Konkurrenten so Partner geworden. 

Kooperation und erfolgreiches politisches Handeln

In ihrer Februar-Sitzung sind die Projektpartner ihrem Ziel zur Entwicklung neuer Strategien und Maßnahmen für den europäischen Flusstourismus einen Schritt näher gekommen. Die Metropolregion Hamburg hat dazu mit vier Praxisbeispiele für gute Kooperation und erfolgreiches politisches Handeln entlang der Elbe beigetragen.

Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die Themen "Governance und Cooperation". Dazu präsentierten die europäischen Partner Beispiele aus ihrer Region. Auch die Metropolregion Hamburg konnte mit ihren vier gelungenen Praxisbeispielen Denkanstöße geben.

Diese Projekte wurden als besonders gute Beispiele ausgewählt und präsentiert:

  1. Die Tagestourismuskampagne der Metropolregion Hamburg motiviert Menschen aus Hamburg und der Region, mehr Zeit in der Metropolregion Hamburg zu verbringen, vor allem außerhalb der touristischen Hotspots. 
  2.  Mit dem Langen Tag der Stadtnatur konnte die Metropolregion ein bereits bestehendes starkes Netzwerk nutzen, um die Veranstaltung auf die Metropolregion Hamburg auszudehnen und das Netzwerk in die Region zu erweitern. 
  3. Der Elberadweg ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein gemeinsames touristisches Produkt in einer kooperativen Struktur geführt und vermarktet wird. 
  4.  Im Projekt Kurs Elbe haben sich Tourismusregionen entlang der Elbe in fünf Bundesländern zusammengeschlossen, um den Tourismus entlang der Elbe zu entwickeln. Das Projekt wurde durch Förderung der Metropolregion Hamburg ins Leben gerufen und steht nun auf eigenen Beinen.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Der Besuch der europäischen Partner stand unter dem Motto "Umwelt und Nachhaltigkeit".  Studienbesuche in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sowie in der Region sollten die zuvor virtuell vorgestellten guten Praxisbeispiele veranschaulichen.

Ljubljana, eine grüne Hauptstadt

Uferbereiche mit verschiedenen Rastplätzen am Fluss Ljubljanica Uferbereiche mit verschiedenen Rastplätzen am Fluss Ljubljanica

Die Stadt, die als eines der nachhaltigsten Tourismusziele der Welt gilt, hat es geschafft, ihren grünen Charakter zu bewahren. Das historische Stadtzentrum ist autofrei und den Fußgängern und anderen Formen der nachhaltigen Mobilität wie kleinen Elektrofahrzeugen gewidmet.

Ljubljana wurde 2014 als erste europäische Hauptstadt abfallfrei und gilt dank eines 2011 begonnenen Plans zur Modernisierung der Abfallwirtschaftsinfrastruktur als eine der führenden Recyclingstädte Europas.

Auf dem Weg durch das grüne Ljubljana wurden weitere Besonderheiten vorgestellt, wie die kürzlich neu gestalteten Uferbereiche mit verschiedenen Rastplätzen am Fluss, der Bau von Brücken zur besseren Anbindung der Stadt für Fußgänger und Radfahrer sowie das Fahrrad-Sharing-System Bicikelj. 

Ljubljansko Barje und die Sümpfe von Ljubljana Naturpark Ljubljansko Barje Naturpark Ljubljansko Barje 

Der zweite Tag war der Besichtigung des Naturparks Ljubljansko Barje gewidmet, der vor den Toren Ljubljanas liegt. Das Gebiet ist bekannt für seine reiche biologische Vielfalt, darunter eine einzigartige Mosaiklandschaft aus Feuchtgrünland: die Sümpfe von Ljubljana, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurden. In diesem außergewöhnlichen Naturgebiet befinden sich Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler und zahlreiche gefährdete Pflanzen und Tiere sowie geschützte Arten.

Auf dem Programm stand auch ein Besuch des Ausstellungszentrums Moja Ljubljanica, das dem natürlichen und kulturellen Erbe des Flusses Ljubljanica und seiner Umgebung gewidmet ist. Das Flussbett ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten Sloweniens, und das Museum zeigt eine große Auswahl an Fundstücken aus prähistorischer Zeit.

Workshop

Zum Abschluss ließen alle das zweitägige Seminar in Ljubljana Revue passieren und tauschten sich über Wünsche für zukünftige Aktivitäten aus. Auch reflektierten die Teilnehmer die erste Phase des Projekts und entwickelten Ansätze zur Zukunft der Zusammenarbeit.


Dömitzer Eisenbahnbrücke Von der einst 1.054 Meter langen Dömitzer Brücke blieben 16 Vorlandbrücken mit einer Gesamtlänge von 542 Metern erhalten. Beim Hochwasser im Juni 2013 standen auch sie im Elbwasser.
Digitalisierung im Tourismus:
EU fördert Angebot zur Industriekultur

​​​​​​​Im Rahmen des Projekts STAR Cities erhält die Metropolregion Hamburg für das Jahr 2022 zusätzliche 43.000 Euro EU-Fördermittel, um ihr digitales Angebot zur Industriekultur entlang der Elbe auszubauen. Hauptziel ist es, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der regionalen Schätze der Industriekultur im Sinne nachhaltiger Tourismusentwicklung zu fördern. Mehr dazu in unserer Pressemitteilung.


Entdecken Sie unseren Good Practice Guide

Der STAR Cities Good Practices Guide ist das Ergebnis von drei Jahren Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch über die Entwicklung des Flusstourismus. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Ergebnisse des Lernprogramms zusammen, möchte mit einer Auswahl an Good Practice-Beispielen der Projektpartner Inspiration geben und zeigt die Herausforderungen für die Zukunft auf.

STAR Cities Good Practices Guide

Die zweite Phase, von Juni 2021 bis Mai 2023, ist der Umsetzung der regionalen Aktionspläne und der Umsetzung der Projektergebnisse gewidmet.

Mehr zum Projekt: www.interregeurope.eu/starcities​​​​​​​

Kontakt

Tanja Blätter

Tourismus, Zukunftsagenda - Tourismus und Internationales Marketing, IKM, EU Projekt Star Cities

Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg
Alter Steinweg 4
20459 Hamburg
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